https://www.faz.net/-gqz-9n2e6

Ergebnisse aus New York : Wie Geld zu Heu wird

  • -Aktualisiert am

Claude Monet, „Meules“, 1890, Öl auf Leinwand, 72,8 mal 92,6 Zentimeter, taxiert „in the excess of 55 Mio. Dollar“ bei Sotheby’s brachte mit über 110 Millionen Dollar gut das doppelte ein. Bild: Sotheby’s

Durchaus befriedigend, einige Rekorde inklusive: Die wichtigen Ergebnisse im Überblick aus den New Yorker Abendauktionen mit Impressionismus und Moderne und mit Nachkriegskunst und Zeitgenossen bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips.

          Die hochkarätigen Abendauktionen im Mai in New York haben ihren erfolgreichen Abschluss gefunden. Sotheby’s triumphiert mit einem Versteigerungs-Weltrekord für Claude Monet; Christie’s glänzt bei den Zeitgenossen mit einem stählernen „Rabbit“, der Jeff Koons – nun wieder – zum teuersten lebenden Künstler macht.

          Mehr als acht Minuten dauerte bei Sotheby’s das Bietgefecht um Monets leuchtende Heuhocken aus der Serie seiner „Meules“, gemalt im Jahr 1890. Das Werk war konservativ geschätzt auf „mehr als“ 55 Millionen Dollar: Der Hammer fiel erst bei 97 Millionen Dollar, dem Höchstpreis für ein Werk des Impressionismus bei einer Auktion jemals überhaupt. Bei dem Käufer soll es sich, so meldet der Kunst-Nachrichtendienst „The Canvas“, um Hasso Plattner handeln, den Milliardär und Mitgründer der Softwarefirma SAP. Mit Aufschlägen kostet der Monet jedenfalls enorme 110,7 Millionen Dollar. Plattner, der in Potsdam das Museum Barberini unterhält, soll außerdem Monets „La prairie fleurie“ für 4,1 Millionen (Taxe 4/6 Millionen Dollar) und Gustave Caillebottes Pariser Ansicht „La rue Halévy, vue du sixième étage“ von 1887 für zwölf Millionen Dollar (6/8 Millionen) ersteigert haben.

          Kein Interesse für Bouguereau

          Das zweitteuerste Los des Abends bei Sotheby’s war mit stolzen 48 Millionen Dollar (25/30 Millionen) Picassos „Femme au chien“ aus dem Jahr 1962, ein Porträt von Jacqueline Roque mit dem gemeinsamen afghanischen Windhund Kaboul. Das attraktive Gemälde ging an Wynn Fine Art, eingeliefert wurde es von einem japanischen Privatsammler, der es 1990 bei der Galerie Beyeler in Basel gekauft hatte. Nach Asien gehen Picassos „Mousquetaire à la pipe“ zum Hammerpreis von achtzehn Millionen Dollar (20/30 Millionen) und Gauguins „Chemin sous les palmiers“ für sieben Millionen Dollar (6/8 Millionen). Bei Chaïm Soutines „La femme en rouge“ setzte sich der französische Kunsthändler Thomas Seydoux erst bei 9,4 Millionen Dollar (6/8 Millionen) durch. Max Beckmanns „Liegender Akt in starker Verkürzung“ blieb mit dem Zuschlag bei 2,4 Millionen hinter den erwarteten drei bis fünf Millionen Dollar zurück. Zur Enttäuschung wurde das mehr als sechs Meter breite Gemälde „La Jeunesse de Bacchus“ des französischen Akademiemalers William Bouguereau: bei aufgerufenen achtzehn Millionen Dollar (25/35 Millionen) fand sich kein Interessent.

          Émile Bernard, „Bretonnes Rammassant Des Pommes“, 1889, Öl auf Leinwand,  Künstlerrekord: 1,94 Millionen Dollar (Taxe 400.000/600.000 Dollar) bei Sotheby’s.

          Insgesamt spielte Sotheby’s 350 Millionen Dollar ein – den höchsten Umsatz bei einer Abendauktion des Hauses seit 2015; fünfzig von 55 Losen fanden ihre Käufer. Christie’s hatte am Abend zuvor mit einem Aufmarsch an Werken aus bekannten Sammlungen sogar 399 Millionen Dollar erzielt. Hier wurden 54 von 63 Losen verkauft. Die Spitzen stellten zwei Werke aus der Kollektion von S.I. Newhouse: Cézannes „Bouilloire et fruits“, das bei einer Taxe um vierzig Millionen unter Geboten aus Asien auf 52 Millionen Dollar stieg, und Van Goghs „Arbres dans le jardin de l’asile“ mit dem Preisschild „um 2 5 Millionen“, das 35 Millionen Dollar erzielte. Aus der Sammlung von Prinzessin „Titi“ von Fürstenberg kamen Picassos „La lettre (La réponse)“, für das 22 Millionen Dollar (20/30 Millionen) bewilligt wurden. Modiglianis „Lunia Czechowska (à la robe noire)“ erzielte 22 Millionen Dollar (20/30 Millionen): Das Bild kam aus der Sammlung der im vorigen Jahr gestorbenen Philanthropin Drue Heinz, Ehefrau von Henry John HeinzII, dem Präsidenten des amerikanischen Unternehmens Heinz, der bereits 1987 verstarb. Neue Rekorde gab es für Balthus mit „Thérèse sur une banquette“ aus der Sherwood Collection zum Hammerpreis von 16,5Millionen Dollar (12/18 Millionen), und für Pierre Bonnards „La terrasse ou Une terrasse à Grasse“, wieder aus der Sammlung Heinz, das seine obere Taxe von acht Millionen mit gebotenen siebzehn Millionen Dollar weit hinter sich ließ.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erdogans Akademiker : Der Rest ist Propaganda

          Wer dachte, eine Tagung des Zentrums für Türkeistudien in Essen würde die Lage der Universitäten am Bosporus kritisch beleuchten, sah sich getäuscht: kein Wort von Erdogans Säuberungen, nur Lob für den Potentaten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.