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Ergebnisse aus New York : Wie Geld zu Heu wird

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Die Abendveranstaltungen mit den Zeitgenossen verliefen ebenso erfolgreich. Christie’s spielte mit 51 von 56 Losen 539 Millionen Dollar ein, damit den deutlich höchsten Umsatz. Sotheby’s folgte mit 341,8 Millionen für 56 von 63 Losen im Angebot, und Phillips schließlich verkaufte 42 von 43 Losen für insgesamt hundert Millionen Dollar.

Bei der Christie’s-Abendauktion wurde Jeff Koons wieder zum teuersten, lebenden Künstler und löst damit David Hockney ab. Seine Stahlskulptur eines Hasen, zugeschlagen bei achtzig Millionen (50/70 Millionen), kostete inklusive Aufgeld knapp 91,1 Millionen Dollar. Robert Rauschenbergs „BuffaloII“-Ikone kletterte mit 78 Millionen über seine obere Taxe von siebzig Millionen Dollar hinaus. Einige der Spitzenlose waren zu aggressiv geschätzt, meist geschieht das auf Druck der Einlieferer, und wurden daher unterhalb der Taxen zugeschlagen: Für Warhols „Double Elvis (Ferus Type)“ fiel der Hammer bei 48 Millionen Dollar (50/70 Millionen); mit dem Käuferaufgeld fallen allerdings 53 Millionen Dollar dafür an. Lichtensteins „KissIII“ erzielte 27,5 Millionen Dollar (30/50 Millionen), und Willem de Koonings „UntitledI“-Abstraktion auf Leinwand, geschätzt auf zehn bis fünfzehn Millionen, kam nur auf 8,7 Millionen Dollar. Die Hoffnung auf schnellen Gewinn erfüllte sich nicht für den Einlieferer von Gerhard Richters alpiner Landschaft „Monstein“: Er kaufte sie 2015 für 4,08 Millionen Dollar inklusive Aufgeld; nun fiel der Hammer bei 3, 9Millionen Dollar (5/7 Millionen).

Die Spitzen des Abends bei Phillips waren alle drei mit einer oberen Taxe von zwölf Millionen Dollar ins Rennen gegangen: De Koonings „UntitledXVI“ erzielte 8,8 Millionen, Basquiats „Self-Portrait“ aus der Sammlung von Matt Dike neun Millionen und Mark Bradfords Riesenformat „Helter Skelter“ aus dem Jahr 2007 noch 7,7Millionen Dollar. Brian Donnelly, der sich als Künstler KAWS nennt, kam mit dem Gemälde „The Walk Home“ von 2012 unter Geboten seiner asiatischen Fans auf einen Zuschlag bei fünf Millionen Dollar, gegenüber der Schätzung von 600.000 bis 800.000 Dollar.

Die Abendveranstaltung bei Sotheby’s machte den Abschluss der Serie. Nachkriegskünstler stellten dort die Spitzenlose. Francis Bacons „Study for a Head“ von 1952 erzielte 44 Millionen Dollar (20/30 Millionen) durch ein Privatgebot, seine „Study for Portrait“ stieg auf 12,5 Millionen (12/18 Millionen). Für Mark Rothkos „Untitled“-Bild, entstanden 1960 und ehemals in der Sammlung von Peggy Guggenheim, wurden 43,75 Millionen Dollar (35/50 Millionen) bewilligt. Louise Bourgeois’ „Arch of Hysteria“ stieg mit 4,7 Millionen Dollar über seine obere Taxe von vier Millionen hinaus – und Thomas Schüttes „Großer Geist Nr.13“ überwand mit 4,4 Millionen Dollar knapp seine untere Taxe. Malerinnen des Abstrakten Expressionismus bleiben beliebt: Joan Mitchells „L’arbre de Phyllis“ kam auf 5,2Millionen (3/5 Millionen), und für Lee Krasner wurde mit zehn Millionen Dollar (10/15 Millionen) für „The Eye is the First Circle“ aus dem Jahr 1960 eine verdiente neue Höchstmarke gesetzt.

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