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Ergebnisse aus Ahrenshoop : Kurzzeitbeziehung

Fischer von Schmidt-Rottluff, eine Frau mit Sonnenschirm von Hans Ticha und ein Porzellantondo von Elisabeth von Eicken: Die Ergebnisse der Sommerauktion in Ahrenshoop.

          Im Licht des Genius Loci erfüllten sich bei den sommerlichen Kunstauktionen im Ostseebad Ahrenshoop die Erwartungen. Der Katalog bestand zum großen Teil aus Nachlässen, darunter Naturstudien von Paul Müller-Kaempff, dem Gründer der örtlichen Künstlerkolonie. Sein wolkenschwer „Aufziehender Sturm“ war einem Hamburger Sammler 11.000 Euro (Taxe 3800/4800) wert.

          Camilla Blechen

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Von einem Lüneburger Sammler ersteigert wurde bei 8500 Euro (4500/5800) Otto Manigks koloristisch differenziertes Gemälde „Einholen der Fischerboote“. Elisabeth von Eicken besiegelte ihre kurzzeitige Verbindung zur Berliner KPM mit einer Winterlandschaft auf Porzellan, einem Unikat, um 1900, das von geschätzten 2800 bis 3400 auf 7500 Euro kletterte.

          Feiningers „Damenbad in Baabe“

          Mit ausdrucksvoller Figurenmalerei überzeugte die bei Franz Skarbina ausgebildete Elisabeth Büchsel, deren Konterfei einer alten Bäuerin 8500 Euro (4200/5600) einspielte. Erfolgreich waren auch sechs Arbeiten des Dresdner Malers und Fotografen Edmund Kesting. Der Katalogtitel „Armada des Königs vor Ahrenshoop“ von 1968 verbesserte sich auf 7000 Euro (580/680), die „Schnittcollage mit Violett“ aus den zwanziger Jahren brachte es auf 12.500 Euro.

          Unter den Zeitgenossen war es der 1940 im böhmischen Bodenbach geborene Hans Ticha, der mit seiner Hommage à Léger beherzt vom Kanon des sozialistischen Realismus abwich: Seine „Frau mit Sonnenschirm am Ostseestrand“ kam auf stolze 12.000 Euro (3200/3800). Auf den Erwerb von Papierarbeiten der Klassischen Moderne konzentrierte sich ein Stuttgarter Interessent, der bei 4800 Euro Feiningers „Damenbad in Baabe auf Rügen“ erwarb; für Schmidt-Rottluffs „Anlandende Fischer“ bewilligte er 6000 Euro, und Heckels Holzschnitt „Am Strand“ honorierte er mit 5800 Euro. Der Gesamtumsatz für die 150 Lose der Versteigerung beläuft sich auf 520.000 Euro.

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