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Ergebnisse Alter Kunst in Wien : Gelehrte Affen sorgen für die Surprise

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Während die Auktion Alter Meister im Wiener Dorotheum von den Brueghels dominiert wurde, brachte ein denkwürdiges Bildthema beim 19. Jahrhundert die Überraschung. Gemalt hat es Gabriel von Max.

          Wenn das kein analytischer Blick ist: Voller Strenge sieht der Affe in dem Gemälde „Die Gelehrten“ von Gabriel von Max seinen unterwürfigen Artgenossen an. Gemeinsam studieren die beiden Makaken ein Buch mit dem Titel „Dualismus“, aus dem die Seiten schon herausfallen. Die zerfledderte Lektüre darf wohl als philosophischer Wink auf die Frage nach der Seele der Tiere gewertet werden, die den Münchner Maler, darwinistischen Naturforscher und Affenliebhaber beschäftigte. Schließlich stellte er – bei aller artgetreuen Wiedergabe – die Ähnlichkeit zwischen Affe und Mensch heraus: Es waren nicht die Toplose, sondern zwei Überraschungserfolge, die sich bei der Auktion Alte Meister und 19. Jahrhundert im Wiener Dorotheum an die Spitze setzten. Für den lange vergessenen und 2011 im Lenbachhaus gewürdigten „Affen-Max“ bedeutete der Zuschlag von 120.000 Euro den Künstlerrekord; die Taxe hatte bei lediglich 8000 bis 12.000 Euro gelegen. Bei der bestens bestückten Offerte Alter Meister sorgte ein Porträt von Philipp Wilhelm von Oranien für die Surprise. Der flämische Künstler Frans Porbous d. J. hat den Prinz um 1600 am Brüsseler Hof verewigt und hielt ihn machtbewusst im Brustharnisch mit dem Orden vom Goldenen Vlies fest. Das Bildnis war auf 40.000 bis 60.000 Euro geschätzt – ehe es auf 440.000 Euro gekämpft wurde.

          Besonders gut schlugen sich die Brueghels im Angebot. So konnte der anspielungsreiche Tondo „Das Paar beim Angeln“ von Pieter d. J. seine Erwartungen von 180.000 bis 200.000 Euro mehr als verdoppeln: Der Dorotheumsklingel läutete für die neunzehn Zentimeter kleine Malerei erst beim Spitzenpreis von 450.000 Euro. Mit einer höheren Bewertung trat die von Jan Brueghel d. Ä. voller Finesse gemalte Landschaft „Die Rast an der Windmühle“ an; sie erreichte die mittlere Taxe von 400.000 Euro (300.000/400.000). Ein dicht von Tieren bevölkerter Garten Eden Jan Brueghels d. Ä. wurde als „Das irdische Paradies mit dem Sündenfall Adams und Evas“ auf Kupferplatte mit 220.000 Euro (100.000/150.000) honoriert. Auch die „Allegorie des Geschmacks“, die er gemeinsam mit dem Figurenmaler Pieter van Avont schuf, wechselte für 170.000 Euro (150.000/200.000) den Besitzer, und seine Zusammenarbeit mit Abraham Willemsen für eine „Allegorie des Wassers“ wurde mit 120.000 Euro (60.000/80.000) belohnt.

          Ein Überfall royaler Herkunft kann glänzen

          Über ein unverhofft hohes Ergebnis konnte sich das Haus auch für die „Madonna mit den Nelken“ von Giovanni Battista Salvi, genannt Il Sassoferrato, freuen. Das Marienbild mit dem delikaten Blumen-Früchte-Stillleben wurde auf 340.000 Euro (150.000/200.000) hochgesteigert. Von den Natures mortes der Auktion fand Willem Claesz. Hedas „Banketje mit einem Schinken“ bei 160.000 Euro (100.000/150.000) Anklang. „Die Wasserfälle bei Tivoli“ von Michael Wutky erwarb die Wiener Albertina; es gehörte einst zur Sammlung von Herzog Albert von Sachsen-Teschen und wurde 1933 versteigert. Das Gemälde, das der Herzog persönlich beim Künstler in Auftrag gegeben hatte, kehrt jetzt für 70.000 Euro (40.000/60.000) an seinen originalen Ausstellungsort zurück.

          Allerdings musste die Auktion viele Rückgänge von Toplosen verschmerzen. Das Coverbild, eine „Musizierende Gesellschaft“ von Jan van Biljert und Werkstatt (300.000/400.000) blieb ebenso liegen wie das preislich hoch angesetzte Ölgemälde „Christus unter den Schriftgelehrten“, mit der Zuschreibung an Orazio Borgianni (500.000/700.000). In den Nachverkauf wandert auch Federico Baroccis „Bildnis der Lavinia della Rovere“ (300.000/400.000). Dafür kämpften zwei Bieter das auf nur 3000 bis 5000 Euro taxierte „Bildnis König Philipp IV. von Spanien“ aus dem Velazquez-Umkreis auf 250.000 Euro hinauf. Stattliche Steigerungen erlebten auch das „Bildnis eines bärtigen Mannes“ von Frans de Vriendt, genannt Floris, und das „Porträt einer Dame im Profil“ von Francesco Pesenti, genannt Il Sabbioneta: Der Zuschlag lautete jeweils 110.000 Euro (20.000/30.000).

          Bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts waren diesmal weniger Spitzen zu finden. Berechtigte Hoffnungen setzte man in Friedrich Gauermanns effektvolle Szene „Der Überfall“, die Räuber auf eine Postkutsche loslässt. Das aus dem Haus Habsburg eingebrachte Gemälde von 1893 punktete mit starken 140.000 Euro (50.000/70.000). Unter den Landschaften gefielen Giovanni Migliaras „Blick auf den Dogenpalast und den Bacino San Marco“ für 80.000 Euro (20.000/30.000) und Julius Eduard Maraks Hochformat „Begegnung im Wald“ (15.000/20.000) zum gleichen Preis. Für ein kleinformatiges „Sinkendes Schiff“ vom russischen Marinemaler Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski wurden 85.000 Euro (50.000/60.000) bewilligt. John Singer Sargents frei gemaltes „Porträt einer alten Dame“ wechselte bei guten 65.000 Euro (30.000/40.000) den Besitzer, während Hans Makarts „Porträt Henriette von Mankiewicz“ mit dem Zuschlag bei 30.000 Euro (35.000/45.000) etwas unter den Erwartungen blieb. Die Wirtshausszene „Tagträume“ von dem britisch-walisischen Maler Sir Frank Brangwyn erzielte mit einem Hammerpreis von 40.000 Euro das Zehnfache ihrer oberen Taxe.

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