https://www.faz.net/-gqz-9tdu0

Ergbnisse aus New York : Solide Resultate

  • -Aktualisiert am

Tamara de Lempicka, „La Tunique Rose“, 1927, Öl auf Leinwand, 72,6 mal 116,3 Zentimeter, Zuschlag 11,5 Millionen Dollar bei Sotheby’s. Bild: Sotheby’s/VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Abendauktionen mit Impressionismus und Moderne bei Christie’s und Sotheby’s in New York: Rekorde für Umberto Boccioni und Tamara de Lempicka.

          2 Min.

          Die Prestigeversteigerungen des Herbstes lieferten aber auch ein paar Überraschungen. Die Umsätze lagen unter denen der November-Auktionen im Vorjahr, denn es fehlten umfangreiche Einlieferungen aus prominenten Sammlungen, was die Akquise einfacher gestaltet.

          Christie’s spielte mit 52 von 58 Losen im Angebot insgesamt 191,9 Millionen Dollar ein; das Ergebnis lag damit innerhalb der Erwartung von 148,3 bis 219,2 Millionen. Zwei Künstler – René Magritte und Umberto Boccioni – setzten sich überraschend an die Spitze der Auktion und überrundeten damit Picassos „Femme dans un fauteuil (Françoise)“, die bei 11,5 Millionen Dollar am Telefon vermittelt wurde und damit hinter der Schätzung von zwölf bis achtzehn Millionen Dollar zurückblieb. Die Preise für Werke des Surrealisten Magritte sind in den letzten Jahren stark gestiegen, und mit „Le seize septembre“ – einem Baum in Schwarz vor nächtlichem Himmel, die Mondsichel im Vordergrund plaziert – kam ein Gemälde mit Wiedererkennungswert zum Verkauf. Die Taxe für das Bild aus der Sammlung von James und Marilynn Alsdorf lag bei sieben bis zehn Millionen, doch schnell waren die siebzehn Millionen Dollar erreicht, bei denen der Hammer für einen Klienten am Telefon von Marc Porter, Chairman von Christie’s Nord- und Südamerika, fiel.

          Umberto Boccioni, „Forme uniche della continuità nello spazio“, 1972, Höhe 117 Zentimeter, Zuschlag 14 Millionen Dollar bei Christie’s.

          Kurz darauf wurde eine von acht im Jahr 1972 gegossenen Versionen der bekannten, 1913 entworfenen Bronzeplastik des italienischen Futuristen Boccioni aufgerufen: „Forme uniche della continuità nello spazio“ soll die Vorwärtsbewegung einer schreitenden Figur einfangen. Selbst die Spezialisten von Christie’s schienen etwas überrascht vom finalen Gebot in Höhe von vierzehn Millionen Dollar (Taxe 3,8/4,5 Millionen), das der Chef der Londoner Kunstberatungsfirma Gurr Johns, Harry Smith, im Saal abgab. Auch Camille Pissarros „Jardin et poulailler chez Octave Mirbeau, Les Damps“ konnte mit 8,8 Millionen Dollar (4/6 Millionen) seine obere Taxe hinter sich lassen. Für Kirchners „Reitende Artilleristen“ aus der Stuttgarter Sammlung Max Fischer wurden 3,5 Millionen Dollar (3/4 Millionen) bewilligt.

          Sotheby’s konnte bei seiner Abendveranstaltung mit 42 von fünfzig Losen insgesamt 209 Millionen Dollar umsetzen. Claude Monets „Charing Cross Bridge“ – eine seiner besten Versionen des Motivs, eingereicht aus der Sammlung von Andrea Klepetar-Fallek – reüssierte mit einem Hammerpreis von 24 Millionen Dollar; die Erwartung hatte bei zwanzig bis dreißig Millionen gelegen. Der bisherige Rekord für ein Gemälde dieser Serie, aufgestellt im Jahr 1992, lag bei 4,1 Millionen Dollar. Gustave Caillebottes „Richard Gallo et son chien Dick, au Petit Gennevilliers“, gemalt im Jahr 1884, erreichte seine untere Taxe von achtzehn Millionen Dollar (18/25 Millionen). Für Paul Signacs Blick auf das Goldene Horn am Bosporus „La Corne d’Or (Constantinople)“ bewilligte ein Sammler vierzehn Millionen Dollar (14/18 Millionen); sein Einlieferer hatte im Februar 2012 bei Christie’s in London 8,7 Millionen Pfund (inklusive Aufgeld) bezahlt, was damals 13,8 Millionen Dollar entsprach. Überraschend stark war die Konkurrenz bei Giacomettis „Buste d’homme“, für die erst bei 12,3 Millionen Dollar, mehr als dem Doppelten der unteren Taxe von sechs Millionen, der Hammer fiel.

          René Magritte, „Le seize septembre“, 1957, Öl auf Leinwand, 162 mal 130,2 Zentimeter, Zuschlag 17 Millionen Dollar bei Christie’s.

          Auch Sotheby’s war mit Magritte erfolgreich: „La légende des siècles“, das einen kleinen Holzstuhl zeigt, der auf einem großen Stuhl aus Stein steht, kam marktfrisch aus einer belgischen Sammlung. Das Bild kletterte über seine obere Taxe von sechs Millionen hinaus auf 7,3 Millionen Dollar. Zur Königin des Abends wurde Tamara de Lempicka gekrönt, als ihr 116,3 Zentimeter breites Porträt einer sich lasziv auf einem Sofa räkelnden Frau in rotem Kleid, „La tunique rose“ aus dem Jahr 1927, eingereicht aus einer New Yorker Sammlung, den spektakulären Rekordpreis von 11,5 Millionen Dollar (6/8 Millionen) für die Malerin erzielte.

          Weitere Themen

          Das kann eben nicht Jedi

          Neues „Star Wars“-Videospiel : Das kann eben nicht Jedi

          In fröhlicher Wut mit dem Lichtschwert in den Abgrund schlittern: Mit dem Videospiel „Star Wars Jedi: Fallen Order“ versucht „Electronic Arts“ an den Erfolg einstiger Titel anzuknüpfen. Lohnt sich der Sternenkriegerkampf als Weihnachtsgabe?

          Topmeldungen

          Freie Fahrt? Auf Deutschlands Autobahnen wartet die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“.

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?
          Die Dividenden ersetzen die Zinsen nicht.

          Die Vermögensfrage : Die Dividende ist nicht der neue Zins

          In Zeiten abgeschaffter Zinsen werden neue Anlagemöglichkeiten gesucht und gefunden: die Dividende. Ein guter Tausch? Dividendentitel können ein attraktiver Bestandteil der eigenen Aktienanlagestrategie sein, den Zins aber ersetzen sie nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.