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Englands reichste Menschen : Künstler und Sammler auf der „Rich List“

Anish Kapoors Cloud Gate-Skulptur in Chicago Bild: EPA

Die „Sunday Times“ hat ihre jährliche „Rich List“ veröffentlicht, ein Ranking der vermögendsten Leute in Großbritannien. Darauf haben es auch einige Namen aus der Kunstwelt geschafft.

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          Die „Sunday Times“ hat ihre jährliche „Rich List“ veröffentlicht, ein Ranking der – tatsächlich tausend – vermögendsten Leute in Großbritannien. Derartige Listen sind nichts so wenig wie geschmackvoll, noch weniger in Zeiten einer Pandemie, für die Briten zudem unter dem Vorzeichen des Brexit. Die Online-Plattform Artnet hat dabei jetzt die Kunstwelt ins Visier genommen, mit immerhin aufschlussreichen Ergebnissen; genau zwei Künstler stehen auf der Liste: Damien Hirst, 1965 in Bristol geboren, und der 1954 in Bombay geborene Anish Kapoor. Hirst, dessen Stern am Kunsthimmel derzeit nicht der hellste ist, muss gut gewirtschaftet haben, was man eigentlich schon immer geahnt hat; mit für ihn errechneten 315 Millionen Pfund steht er freilich erst auf Rang 409. Kapoor mit seinen zeitlos eleganten Objekten findet sich auf Platz 876, mit geschätzten 137 Millionen Pfund. Was aber sind solche Summen gegen die Vermögen der in England lebenden Megasammler und Besitzer auch von Alter Kunst!

          Zum Beispiel soll der 1966 in Russland geborene Oligarch Roman Abramowitsch 10,16 Milliarden Pfund schwer sein, damit gut für Rang zwölf des Rankings. Und der britische Adel hält mit: Hugh Grosvenor, Duke of Westminster, der Großgrund und Alte Meister sein Eigentum nennt, soll mit Familie auf 10,3 Milliarden Pfund kommen, Rang zehn. Dagegen wirkt dann der frühere Werbetycoon Charles Saatchi, ehedem Promotor der „Young British Artists“, nachgerade bescheiden, mit 131 Millionen Pfund auf Platz 915: Es ist immerhin bemerkenswert, dass sein einstiger Star Damien Hirst heute mehr auf dem Konto hat.

          Wer sich auf der vollständigen, im Internet zugänglichen „Rich List“ Großbritanniens weiter umschaut, stößt noch auf François-Henri Pinault, den Sohn des französischen Magnaten François Pinault, bei 6,59 Milliarden Pfund auf Rang 21: Zum väterlichen Imperium gehören, unter anderem, eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst und das früher britische Auktionshaus Christie’s. Was also? Irgendwie scheint alles doch immer in der Familie zu bleiben – das Geld und die akkumulierte Kunst. Jetzt muss sich bloß noch London als globaler Kunstmarktplatz halten können.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

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