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Kölner Auktion II : Engel und Affe

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Das Kölner Auktionshaus Van Ham auktioniert am 31. Mai Moderne, Gegenwartskunst und Zeitgenossen - darunter berühmte Fotografien. Eine Vorschau

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          Ferdinand Hodler malte das ausdrucksstarke Porträt seiner Nichte Albertine 1917. Als Waise kam das fünfjährige Mädchen Ende des 19. Jahrhunderts aus Paris in die Schweiz, wo sie ihr Großonkel, ein Langenthaler Schuhmacher, aufzog. Albertine sprach seinerzeit nur Französisch, und Hodler war der Einzige in der Familie, der die Sprache beherrschte: was wohl ein Grund für die tiefe Beziehung zwischen Onkel und Nichte war, wie zahlreiche Gemälde belegen. Das „Bildnis Albertine Bernhard“ ist eines der wenigen Werke, die Hodler noch vor seinem Tod im Jahr 1918 fertigstellen konnte. Bei Van Ham in Köln kommt es nun am 31. Mai als Spitzenlos der Auktion mit Moderne und Zeitgenossen unter den Hammer, mit einer Taxe von 120 000 bis 180 000 Euro.

          Max Liebermanns hinreißende Ölstudie „Porträt eines kleinen Mädchens“ von 1918 zeigt seine ein Jahr alte Enkeltochter Maria Riezler. Es ist die Vorstudie für ein Gemälde, das sich heute in einer Schweizer Privatsammlung befindet (Taxe 20 000/ 30 000 Euro). Von Karl Hofer kommen sechs Ölbilder zum Aufruf: Unter den vier späteren fällt das marktfrische farbenfrohe „Maskenfest“ von 1949 auf (80 000/120 000). Kühl in den Farben schuf Jawlensky seine „Variation: Winter“ von 1915 (100 000/150 000).

          In den Sparten Nachkrieg und Gegenwart, die erstmals mit je eigenem Katalog versehen sind, kommt ebenfalls am 31. Mai das „Badezimmer (Beau Rivage)“ von Thomas Demand zum Aufruf: Die große Fotografie zeigt den detailgetreuen Nachbau der Badewanne im Genfer Hotel, in der der Politiker Uwe Barschel 1987 unter mysteriösen Umständen zu Tode kam (Auflage 5; 60 000/80 000). Geheimnisvoll erscheint auch Adrian Ghenies kleines Ölbild auf Karton „Aripile Destinului (Flügel des Schicksals)“ von 2002, auf dem sich in altmeisterlicher Manier zwei Engel um eine halbnackte Frau gruppieren (100 000/120 000).

          Warhol hielt 1980 seinen langjährigen Freund, den Designer und Innenarchitekten Eric C. Jacobson, in einem Siebdruck-Doppelporträt mit Diamantstaub fest (je 80 000/120 000). Zehn Jahre später, 1990, entstand Thomas Struths Fotografie „Art Institute of Chicago 1“; sie zeigt Besucher des Museums vor Seurats pointillistischem Meisterwerk „Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte“ (Auflage 5; 60 000/ 80 000). Wer weniger investieren will, dem sei eine der vielen amüsanten Affen-Bronzen von Jörg Immendorff empfohlen; sie kommen in verschiedenen Größen, von elf bis 250 Zentimetern (Taxen von 3000 bis 80 000 Euro).

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