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„Hekking-Mona Lisa“ : Immer nur lächeln

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Die „Hekking Mona Lisa“, Öl auf Leinwand, 75,9 mal 47 Zentimeter, Taxe 200.000/300.000 Euro. Bild: Christie's Paris

Leonardo da Vincis Meisterwerk wurde etliche Male nachgemalt. Christie’s versteigert nun die wohl berühmteste dieser Kopien in einer Onlineauktion.

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          Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ ist das bekannteste Gemälde der Welt. Schon seit Jahrhunderten fasziniert die geheimnisvoll Lächelnde, deren Identität – wahrscheinlich die Kaufmannsgattin Lisa del Giocondo – nie mit letzter Sicherheit belegt werden konnte. Leonardo hatte das unsignierte und nicht datierte Porträt 1517 mit sich nach Frankreich gebracht, wo er auf Einladung seines letzten Mäzens, des französischen Königs Franz I., seinen Lebensabend verbrachte. Bis zu seinem Tod 1519 lebte er im Schloss Clos Lucé in Amboise an der Loire. Franz I. kaufte „Mona Lisa“ für 4000 Goldflorin, sie ging 1518 in die königliche Sammlung ein.

          Zum ersten Mal wurde die „Joconde“, wie sie in Frankreich heißt, 1798 im neu eingerichteten Museum im Louvre öffentlich gezeigt. Etliche Kopien, es sollen mehr als hundert sein, wurden im Laufe der Zeit von dem emblematischen Bildnis angefertigt. Sotheby’s versteigerte im Januar 2019 in New York eine Kopie des 17. Jahrhunderts für knapp 1,7 Millionen Dollar (mit Aufgeld). Einige Monate später wechselte, bei Sotheby’s in Paris, eine weitere Replik für 552.500 Euro den Besitzer.

          Berühmter als alle anderen ist allerdings die „Hekking-Kopie“, die ebenfalls auf das 17. Jahrhundert datiert wird. Christie’s Paris versteigert sie seit dem 10. Juni als einziges Los einer Onlineauktion, die noch bis zum 18. Juni läuft.

          Dieses Bild veränderte sein Leben

          Der amerikanische Kunsthändler Raymond Hekking (1886 bis 1977) hatte das Gemälde in den Fünfzigerjahren für angeblich drei Franc in einem Antiquitätenladen bei Nizza aufgestöbert. Er ließ es reinigen, dann veränderte es sein Leben. Starrköpfig und wie besessen von seinem Bild, setzte er alles daran, zu beweisen, dass seine Version das Original von Leonardo sei – und nicht etwa die im Louvre. Seine Beweisführung baut auf dem legendären Diebstahl von „Mona Lisa“ im Jahr 1911 auf. Das Gemälde wurde erst 1913 in Florenz wiedergefunden und an Frankreich zurückerstattet.

          Der Diebstahl und die Rückkehr bescherten ihm einen ersten internationalen Presseauftritt und trugen zu seiner Berühmtheit bei. Den zweiten Auftritt organisierte Hekking: In europäischen und amerikanischen Medien verschaffte er in den Sechzigerjahren seiner These Raum, dass nach dem Diebstahl nicht die originale „Mona Lisa“ in den Louvre zurückgekehrt sei, sondern eine Kopie – und dass vielmehr seine Version von der Hand Leonardos stamme. Auch wenn eindeutig feststeht, dass heute das Original im Louvre hängt, steht zu erwarten, dass bei dieser Historie die Taxe von 200.000 bis 300.000 Euro weit überboten wird.

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