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Die Auktions-Rallye geht weiter : Von Bildern und Mäusen

Die Skala scheint nach oben offen: Ein Pastell von Munch und ein Bild von Lichtenstein sind gut für neue Rekorde in New York.

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          Es ist erst ein paar Wochen her, dass Tobias Meyer, weltweit Direktor der Zeitgenossen bei Sotheby’s, hier im Interview sagte: „Wenn Sie ein Hauptwerk des Impressionismus bekommen könnten, würde das wahnsinnig viel bringen!“ Die Moderne ist nicht sein Terrain, aber eine bloße Vorahnung wird diese Ansage kaum gewesen sein, auch wenn jetzt der Expressionismus die Prophezeiung einlösen soll: Eben hat Sotheby’s die Versteigerung einer Version von Munchs „Der Schrei“ angekündigt.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Versehen ist das Pastell auf Holz mit einer Erwartung oberhalb von achtzig Millionen Dollar (seit 2008 steht die Marke für Munch bei 34 Millionen Dollar) - dieser Schätzpreis ist der höchste jemals öffentlich gemachte in der Geschichte des Auktionswesens. Und Simon Shaw, Chef der Impressionismus- und Moderne-Abteilung des Hauses, würde sich damit wohl kaum so weit aus dem Fenster lehnen, wenn er nicht mehr als eine Idee eines möglichen Käufers hätte.

          Die Währung macht den Unterschied

          Grade mal halb so viel wird, nun wieder in Meyers Beritt, dem „Sleeping Girl“ von Roy Lichtenstein zugetraut, das damit freilich dessen jüngste Rekorde einstellen würde: Im November 2010 waren es bei Christie’s 38 Millionen Dollar, im November 2011 dann 38,5 Millionen. Der Munch und der Lichtenstein werden auktioniert. Es sind nicht - wie bei Cézannes „Kartenspielern“ für mehr als 250 Millionen Dollar - private sales, Transaktionen hinter den Kulissen staunender Säle, sondern es ist wieder etwas fürs Publikum, ein bisschen panem et circenses.

          Übrigens hat jemand, der als bestens unterrichtet gelten darf, jenes „mehr als“ vor dem Dollar-Preis für den Cézanne inzwischen so erklärt: Das Geschäft zwischen den Erben des Reeders Georges Embiricos und dem Scheich von Qatar sei in Euro abgeschlossen worden. Das wären dann allerdings umgerechnet 332 Millionen Dollar. Man glaubt es glatt.

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