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Münchner Auktionen : Coole Stube vom Meister der Rasterpunkte

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Neumeister versteigert am 8. Juni in München Klassische Moderne, Nachkriegskunst und Zeitgenossen - mit dabei zahlreiche amerikanische Pop-Künstler. Eine Vorschau

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          Auf die Wand seines ironisch einen guten Allerweltsgeschmack stilisierenden Interieurs „Red Lamps“ plazierte Roy Lichtenstein ein informelles Gemälde. Auch dies eine Zeitlang ein Must-have cooler Weltenbürger, wie die Ganzglaswand oder der standardisiert möblierte Living Room. Damit seine von Kleinanzeigen im Telefonbuch inspirierten Innenräume „aussehen wie programmiert“, setzt Lichtenstein sie mit Rasterpunkten, schwarzen Umrisslinien, klaren Farben ins Bild. Was einfach wirkt, erfordert eine Vielzahl von Techniken: Holzschnitt, Papiercollage, Klebebandeinsatz, Acrylmalerei und mehr finden Anwendung. Das jetzt in Neumeisters Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst am 8. Juni in München aufzurufende Unikat von 1990/96 ist ein Paradebeispiel der „Interiors“ des Künstlers: Es misst zwei Meter in der Breite und bringt eine Echtheitsbestätigung des Lichtenstein Estate mit; die Schätzung liegt bei 600000 bis 640 000 Euro.

          Es gibt noch mehr vom Pop-Artisten, etwa die Farblithographie „Mirror#8“ von 1972 (Taxe 13 000/16 000 Euro), samt drei Vorzeichnungen dazu (je 18 000/20 000), oder auch eine Reihe Projektzeichnungen für verschiedene Skulpturen (je 22 000/25 000). All das stammt aus einer deutschen Privatsammlung, die einen Sonderkatalog mit 55 Losen füllt, wobei Amerikaner zahlenmäßig den Ton angeben, insbesondere Lichtensteins Pop-Kollegen. Tom Wesselmann ist dabei mit einer in Öl gemalten „Blue Nude“ von 1999 (170 000/200 000); Druckgraphiken stammen von James Rosenquist, Andy Warhol, Robert Rauschenberg. Robert Mars huldigt 2012 James Dean mit einer Collage aus Porträtfotografie und Stars-and-Stripes (12 000/15 000), und Vik Muniz puzzelt im selben Jahr Barack Obamas Konterfei aus Magazinausschnitten zusammen (digitaler C-Print auf Aluminiumplatte, Exemplar AP 1/4; 42 000/ 60 000).

          Die kleine Garde von Europäern in der Kollektion belegt weite Interessenspannen, zum Beispiel von den legendären Unfallfotos des ersten Schweizer Polizeifotografen Arnold Odermatt (je 6500/7000) bis zu Anselm Kiefers „Unfruchtbaren Landschaften“; Letztere acht in Eisen gerahmte Fotografien, durch einmontierte Gegenstände zu Unikaten geadelt, treten mit einer Schätzung von 380 000 bis 400 000 Euro an.

          Der Abendauktion geht nachmittags das Angebot anderer Provenienzen voraus. Als an der „Grenze zur Abstraktion“ bezeichnet der Katalog Gabriele Münters 1910 gemalten „Teetisch mit Blumenvase und Sofa“, 100 000 bis 150 000 Euro werden für das schöne Stillleben erwartet. Bei den Skulpturen fallen mehrere der metallenen, bis zum Äußersten abstrahierten Köpfe von Michael Croissant ins Auge (Taxen von 600 bis 4000/6000 Euro) und auch Frauengestalten des „Spur“-Künstlers Lothar Fischer.

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