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Kunstmesse Cologne Fine Art : Die Messe der anderen

  • -Aktualisiert am

Eklektischer Mix aus Epochen und Kontinenten. Die Cologne Fine Art hat attraktives im Angebot.

          Knapp achtzig Aussteller haben sich in der Domstadt eingefunden, um die Bedeutung der Cologne Fine Art als Pilgerstätte für Sammler zu bekräftigen, die den eklektischen Mix aus Epochen und Kontinenten zu schätzen wissen. Vor allem die Malerei der Moderne und der Nachkriegszeit war auffällig gut vertreten, womit die Schnittmenge zur Art Cologne im Frühjahr eine kritische Masse erreicht. Das teuerste Bild fand man am Stand der Galerie Ludorff aus Düsseldorf, Otto Muellers „Russisches Mädchenpaar“ von 1919, ein expressionistisches Kleinod, das sich auf 4,5 Millionen Euro bezifferte. Stern Pissaro aus London brachten Emil Nolde, Fernand Leger, Max Ernst und Lucio Fontana mit. Die Galerie Utermann aus Dortmund zog dank einer frühen Kreidearbeit von Ernst Ludwig Kirchners, einer auf 135.000 Euro bezifferten Boudoir-Szene, die aus einer bedeutenden rheinischen Privatsammlung kam, die Blicke auf sich. Eine Augenweide auch „Lago Maggiore“ von Emil Nolde, ein Aquarell von 1948, das sich bisher im Besitz der Familie befand. Kostenpunkt: 220.000 Euro. Verkauft hat sich am Vernissage-Abend bei der Galerie Benden ein großformatiger James Rosenquist für 58.000 Euro mit dem Titel „The Bird of Paradise Approaches the Hot Water Planet“ (1989). Abnehmer fand auch eine Zeichnung von Tom Wesselmann für 75.000 Euro. Die Züricher Galerie von Vertes traf eine imposante Auswahl an Nachkriegsklassikern: von Sigmar Polke über Hans Hartung bis zu Pierre Soulages und Victor Vasarely.

          Liebhaber von Papierarbeiten waren eingeladen, Station bei der Galerie Doris Möllers aus Münster zu machen, die mit einer dreißig Blatt umfassenden Graphik-Sammlung von James Ensor punktete. Sie vereinigte sowohl bekannte als auch sehr seltene Radierungen des belgischen Künstlers, der als bedeutender Wegbereiter der Moderne zählt. Stefan Brenske aus München hatte jede Menge Ikonen im Gepäck, darunter zum ersten Mal auch eine Weihnachtsikone mit Schäfchenherde vom griechischen Festland des 17.Jahrhunderts. Die Düsseldorfer Galerie Simonis, spezialisiert auf afrikanische und ozeanische Kunst, verkaufte eine Yaure-Maske für 30.000 Euro.

          Natürlich lohnte auch diesmal der Einstieg in weitere Disziplinen, wie etwa den stark vertretenen Design-Sektor. Das Kiez-Kabinett aus Berlin setzte auf einen Dialog zwischen dänischem und italienischem Midcentury-Design. „Durch den Retro-Trend bei Filmen und Streaming-Serien“, so Tobias Hirschmann vom Kiez Kabinett, „ist Midcentury-Design wieder in den Vordergrund gerückt. Und die Jüngeren haben es dadurch für sich entdeckt. Wir beobachten eine verstärkte Nachfrage nach Möbeln aus dieser Zeit.“ Antique Jewellery & Art aus München legten den Fokus auf geometrische Diamanten-Kleiderclips des Art déco aus der 1848 gegründeten Werkstatt J.E.Caldwell & Co, die zu den herausragendsten Juwelieren der Vereinigten Staaten zählt. Die ED Gallery aus Piacenza überzeugte mit besonderen Objekten aus Glas und Keramik, darunter eine Rarität, eine altrömisch anmutende Schale, die der italienische Architekt Carlo Scarpa 1936 angefertigt hatte. Zu guter Letzt erfreute sich auch der „Young Collectors Room“ beachtlicher Nachfrage – gleich 13 erschwingliche Objekte wechselten hier den Besitzer.

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