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„Christie’s Ventures“ : Auktionshaus investiert in Tech-Szene

Das Kunstwerk als digitales Fenster in die Zukunft: Christie’s will investieren. Bild: Christie's

Das Auktionshaus Christie’s glaubt an die Zukunft des digitalen Kunstmarkts und investiert in Tech-Start-ups. Um NFT geht es dabei auch.

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          Die Luft mag dünner geworden sein für Start-ups in der Tech-Branche: Geld ist nicht mehr so billig, wie es war, die wirtschaftlichen Aussichten haben sich eingetrübt, und der jüngste Krypto-Crash zeigt, das so schnell nicht einmal Blockchain-Bäume in den Himmel wachsen. Doch das Auktionshaus Christie's setzt trotzdem auf junge Unternehmen in der Tech-Szene und hat den Investmentfonds Christie's Ventures aus der Taufe gehoben. Sein Ziel: Investition in Start-ups, die Christie's bei seiner Positionierung auf dem Krypto- und Digital-Kunstmarkt nützlich sein könnten.

          Ursula Scheer
          Redakteurin im Feuilleton.

          Eine ungenannte Summe hat Christie's bereits in den kanadische Dienstleister LayerZero Labs gesteckt, der Kunden bei der Kapitalstreuung auf diversen Blockchains unterstützt. Christie's ist, wie der für das Projekt zuständige Ben Gore in der Presseerklärung ausführt, interessiert an der Schnittstelle zwischen Kunst und Finanzprodukten. Es gehe zudem um Tech-Lösungen für Probleme, die sich beim digitalen Handel oder den mit rein digitalen Waren wie Non-Fungible Token (NFT) stellen: etwa die Authentifizierung, Katalogisierung oder sichere Lagerung von NFT betreffend.

          Hologramme für Sammler

          Aber auch Firmen, die innovative Formen der Präsentation ermöglichen, sind gefragt. Einem Start-up aus Los Angeles namens Proto hatte Christie's im April verdankt, dass Edgar Degas' Skulptur „La petite danseuse“ vor ihrer Versteigerung in New York als Hologramm auf Weltreise gehen konnte statt physisch verschifft zu werden. Das Auktionsergebnis gab dem Experiment recht: Die Figur wechselte für 42 Millionen Dollar mit Aufgeld den Besitzer.

          Mit der Rekordauktion von Beeples Digitalcollage „Everydays - The First 5000 Days“, deren NFT Anfang 2020 einen Preis von 69 Millionen Dollar brutto erzielte, setzte Christie's tokenisierte Kunst als Handelsware im Spitzensegment auf die Agenda. Der Markt mit den Echtheitszertifikaten in der Blockchain hat sich seitdem verbreitert, ist aber auch stark abgekühlt. Digitalkunst, die Blockchain und Onlinehandel bleiben dennoch Herausforderung und potentielle Wachstumsfelder für Auktionshäuser. Der Konkurrent Sotheby's weiß das auch und investierte im vergangenen Herbst in das Tech-Studio Mojito, das virtuelle Räume kreiert.

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