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NFT-Plattform von Christie’s : Voll virtueller Hoffnung

Gestatten, Shen, der Tyrannosurus rex, der bei Christie’s in Hongkong 15 bis 25 Millionen Dollar einspielen soll. Bild: Christie's

Das Auktionshaus Christie's setzt weiterhin auf Kryptokunst und startet eine eigene NFT-Plattform. Spektakulärer ist aber sein analoges Angebot - wie ein Saurier.

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          Christie’s hat den Glauben an den NFT-Markt, dem es mit seiner 69-Millionen-Dollar-Auktion eines Non-Fungible Tokens von Beeple im März 2021 zum Durchbruch verholfen hatte, noch nicht verloren. Im Gegenteil: Unter dem Namen „Christie’s 3.0“ hat das Auktionshaus nun eine eigene Verkaufsplattform für NFTs eröffnet, auf der Käufer ihre digitalen Geldbörsen („Wallets“) direkt registrieren und anschließend online auf NFTs bieten können – nach dem Modell des marktführenden NFT-Handelsplatzes OpenSea. Der Konkurrent Sotheby’s hat schon seit Längerem eine ähnliche hauseigene Verkaufsabteilung für Kryptokunst, das „Sotheby’s Metaverse“.

          Ursula Scheer
          Redakteurin im Feuilleton.

          Mit besonders hohen Verkaufserwartungen versehene NFTs will Christie’s allerdings weiterhin in traditionellen Abendauktionen offerieren. Bei Christie’s lässt sich auch nachvollziehen, wie hoch der Konkurrenzdruck auf personeller Ebene im jungen NFT-Business ist: Erst Anfang Juli rückte die Spezialistin Nicole Sales Giles als Leiterin der Abteilung für Digitalverkäufe im Auktionshaus an die Stelle von Noah Davis, der zu Yuga Labs, dem Unternehmen hinter den kommerziell erfolgreichsten NFT-Kollektionen, dem „Bored Ape Yacht Club“ und den „CryptoPunks“, gewechselt war. In der Eröffnungsauktion von „Christie’s 3.0“ werden unter anderem Arbeiten der jungen Videokünstlerin Diana Sinclair angeboten (Taxe 6 bis 8 Ether).

          Soll 6 bis 8 Ether (etwa 8200 bis 10.000 Dollar) bringen: Standbild aus Diana Sinclairs Videoarbeit „I want to Nuture the Earth“, die bei Christie’s als NFT angeboten wird.
          Soll 6 bis 8 Ether (etwa 8200 bis 10.000 Dollar) bringen: Standbild aus Diana Sinclairs Videoarbeit „I want to Nuture the Earth“, die bei Christie’s als NFT angeboten wird. : Bild: Christie's

          Nach dem Zusammenbruch des NFT-Geschäfts in Folge des Kryptowährungs-Crashs richten sich die Hoffnungen nun auf eine neue Attraktivität der durch Systemumstellung wesentlich energieeffizienter und damit klimaschonender gewordenen Blockchain Ethereum, auf der auch Christie’s und Sotheby’s handeln. Auswertungen des Analysten Dune Analytics zufolge ist das globale Handelsvolumen mit NFTs indes seit Januar um 97 Prozent zurückgegangen. Da mag man als Kontergewicht betrachten, was das Auktionshaus sonst noch im Angebot hat: Am 30. November bringt Christie’s in Hongkong das Skelett eines Tyrannosaurus rex zum Aufruf, taxiert auf bis zu 25 Millionen Dollar – Inbegriff eines analogen Sachwerts der guten alten Art.

          Trailer : „Christie’s 3.0“

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