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Chinas Auktionsmarkt : Wenn Alte Meister nicht mehr bloß Europäer sind

Auf der Überholspur: Poly International, hier Gastgeber der „2012 Spring Art Auction“ in Peking, ist heute das drittgrößte Auktionshaus der Welt Bild: AFP

Chinas Auktionsmarkt wird dreißig Jahre alt und hängt die westliche Konkurrenz ab. Über die erstaunlichen Auf- und Abschwünge und die unsichere Zukunft eines Markts mit eigenen Gesetzen.

          5 Min.

          Dreißig Jahre ist es her, dass es mit dem chinesischen Auktionsmarkt losging, der laut dem aktuellen Art Basel & UBS Report im Moment der größte der Welt ist, mit einem Anteil von 33 Prozent (Vereinigte Staaten 32 Prozent, Großbritannien 13 Prozent). Am 21. August 1992 wurde das schon seit 1900 bestehende staatseigene Antiquitätengeschäft Duo Yun Xuan in Schanghai offiziell als erstes Auktionshaus registriert. Das hatte seine fachliche Logik, insofern der Kunsthandel bisher überhaupt nur solchen staatlichen Antiquitätenläden erlaubt war. Doch die wirtschaftspolitische Umwälzung dieses Jahres, als Deng Xiaoping seine symbolträchtige „Reise in den Süden“ unternahm und private Kapitalbildung von Staats wegen ermutigt wurde, brachte noch eine ganz andere und, wie sich zeigen sollte, wirkmächtigere Logik zur Geltung.

          Mark Siemons
          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          In den Jahren zuvor hatte der junge, von der Universität Wuhan promovierte Nationalökonom Chen Dongsheng systematisch darüber nachgedacht, was multinationale Unternehmen erfolgreich macht. Seine Arbeit im Außenhandelsministerium und als stellvertretender Chefredakteur der vom Entwicklungsforschungszentrum des Staatsrats herausgegebenen Zeitschrift „Management World“ lieferte ihm das nötige Material. Insbesondere die von ihm nach dem Vorbild des „Fortune“-Magazins initiierte Liste der fünfhundert chinesischen Topunternehmen half ihm dann 1992 dabei, sich selbständig zu machen und bei zehn Staatsunternehmen ein Startkapital von umgerechnet 3,47 Millionen Dollar für ein zu gründendes Auktionshaus zusammenzutragen. 1993 erhielt dann Zhongguo Jiade, das sich fürs internationale Geschäft China Guardian nannte, seine amtliche Lizenz.

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