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Charles Aznavour : Die goldige Bronze des Sängers

Skulpturen aus der persönlichen Sammlung von Charles Aznavour kommen unter den Hammer.

          Es ist die sehr spezielle Provenienz, die dieser Skulptur ihren zusätzlichen Reiz gibt: Sie kommt aus der persönlichen Kunstsammlung von Charles Aznavour. Der französische Chansonnier armenischer Abstammung verstarb am 1. Oktober vorigen Jahres im Alter von 94 Jahren. Nun werden am 4. Juni in Paris zwei Werke aus seinem Besitz versteigert, eines davon ist Germaine Richiers „La Tauromachie“. In der 116,5 Zentimeter hohen Bronze mit goldener Patina nimmt sie das Thema des Stierkampfs auf, das als künstlerisches Sujet durch die Zeitläufe wiederkehrt. Germaine Richier, 1902 in der Nähe von Arles geboren und Schülerin von Antoine Bourdelle, gehört zu den wenigen Künstlerinnen, die als Bildhauerinnen Erfolg hatten. Ihr Signum sind eigenwillig hybride Figurinen im Stadium des Übergangs zwischen Mensch, Fauna und Flora.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Charles Aznavours „Tauromachie“ ist eines von elf Exemplaren der 1953 gegossenen Gruppe aus einem skelettierten Stierschädel und einem humanoiden Geschöpf, das einen Dolch in der Rechten hält. Es ist von Christie’s mit einer Schätzung von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro versehen. Seine Nähe zum berühmten Sänger könnte es an die Spitze der Werke Germaine Richiers führen. Denn ein anderes Exemplar wurde im Dezember 2017 bei Sotheby’s in Paris, damals taxiert auf 800.000 bis 1,2 Millionen Euro, für 2,6 Millionen Euro zugeschlagen; mit Aufgeld sind das knapp 3,1 Millionen Euro; das bedeutet den aktuellen Auktionsrekord der Künstlerin.

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