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Bücher bei Hartung & Hartung : Durch die Welt

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Seltene Weltkarte in Herzform aus der „Cosmographia...“. Bild: Hartung & Hartung Katalog

Ob Schedels „Weltchronik“ oder die Reiseberichtsammlung „America“: Die Buchauktion bei Hartung & Hartung in München bietet wertvolle Bände gegen das Fernweh.

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          Fernwehgeplagten bietet in dieser reiselosen Zeit die Auktion bei Hartung & Hartung in München Bild- und Lesetrost mit vielen schönen Bänden zu Themen aus der Geographie. Am 4. Mai wird ein Exemplar von Hartmann Schedels „Weltchronik“ aus der seltenen ersten Auflage in deutscher Sprache versteigert: Doppelblattgroße Karten und großartige Illustrationen, darunter erste topographisch korrekte Ansichten vieler Städte, bebildern diese Weltgeschichte des Nürnberger Arztes aus der Sicht von 1493 (Taxe 20.000 Euro). Eine andere Inkunabel, die „Cosmographia ...“ von Peter Apian und Gemma Frisius aus dem Jahr 1584, kommt mit der oft fehlenden, herzförmigen Weltkarte daher (5000). Ist Südamerika dort pragmatisch in „Peru“ im Westen und „Canibales“ im Osten aufgeteilt, geht es in Theodor de Brys von 1590 bis 1603 erschienener Reiseberichtsammlung „America“ differenzierter zu: Die sieben ersten Teile seiner später von den Söhnen und Matthäus Merian fortgeführten Reihe zeigen jede Menge Exotisches für den staunenden Europäer, darunter fliegende Fische, Menschenfresser, langhaarige „Giganten“ aus Virginia oder auch einen präzisen Plan von Cusco in den Anden Perus (70.000).

          Kommt dieses Werk aus einer „Sächsischen Adelsbibliothek“, so stammt „De Fransche Neptunus“ aus einer „Süddeutschen Schlossbibliothek“; die erste Ausgabe des kapitalen, von Peter Mortier in Amsterdam 1693/94 und 1700 verlegten See-Atlasses schmücken altkolorierte, teils goldgehöhte Kupferstiche, Karten, dazu Bilder von Schiffstypen, Flaggen und vielem mehr. War der Atlas schon im 17. Jahrhundert einer der teuersten seiner Art, stellt das gut erhaltene Werk mit der Erwartung von 100.000 Euro jetzt auch das Toplos der Auktion. In bayerischen Schlössern dürften sich etliche Bücher in schönen Ledereinbänden mit dem Provenienzhinweis „aus Wittelsbacher Nachlässen“ befunden haben: so ein „römisches Meßbuch“ in aufwendiger Kassette im „Kathedralstil“, gefertigt 1878 anlässlich der in Schloss Tegernsee gefeierten Goldenen Hochzeit von Ludovica von Bayern und Herzog Maximilian in Bayern (2000).

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