https://www.faz.net/-gqz-8grg4

Bücher : Am Beispiel des Bienenstaats

  • -Aktualisiert am

Die Münchner Auktionshäuser Zisska & Lacher und Hartung & Hartung versteigern neben Büchern und Autographen auch zahlreiche Kunstwerke. Eine Vorschau

          1 Min.

          Der Fund steckte zwischen 3000 Zeichnungen und Graphiken und tauchte auf, als man vor einigen Wochen bei Zisska & Lacher die Münchner Privatsammlung Wilhelm Denzel für eine dritte Auktionsrunde sichtete. Diesmal steht frühe Moderne aus der Sammlung an, Namen wie August Gaul, Willi Geiger, Jeanne Mammen, Josef Scharl oder Rudolf Schlichter. Der Fund aber ist Egon Schieles bislang unbekannte Bleistiftzeichnung eines stehenden Jungen, vermutlich der vom Künstler mehrmals porträtierte Herbert Rainer. Schiele-Expertin Jane Kallir bestätigte die Authentizität des monogrammierten und 1910 datierten Blatts, das - mit einer Taxe von 80 000 Euro - ein Hauptlos abgibt. In der Auktion vom 11. bis 13. Mai kommt außerdem ein Straßburger Missale von 1493 mit Initialen und Blütenwerk (Taxe 12 000 Euro) zum Aufruf oder das seltene „GroteßkenBuch“ des Nürnberger Goldschmieds Christoph Jamnitzer von 1610 (25 000). Auch das Kapitel Autographen hat es in sich: Während Elvis Presleys Soldatenzeit in Bad Nauheim füllte ein junges Mädchen 1959 ein Heft mit Fotos und Presseausschnitten, die der Star ihr mit vielen Autogrammen verschönte (12 000). Andenken sammelte als Student auch Adolph Wilhelm Picht, später Pastor auf Rügen. In sein Stammbuch schrieb 1793 neben Ernst Moritz Arndt auch der junge Caspar David Friedrich und klebte noch eine farbige Miniatur dazu, wie er sie im Zeichenunterricht in Greifswald nach Vorlagen fertigte (12 000).

          Am 9. und 10. Mai versteigert auch Hartung & Hartung Bücher und Manuskripte, darunter ebenfalls ein Stammbuch, angelegt um 1800 von Ludovica Kapp; unter vielen Illustrationen gibt es zwei Aquarelle von Adrian Zingg, dem Dresdner Landschaftsmaler (8000). Um 1480 entstand der Codex Nassau-Vianden, ein schönes, handgemaltes Wappenbüchlein (14 000), rund zehn Jahre älter ist die Abschrift von Thomas von Cantimprés „Bonum universale de proprietatibus apum“, das am Beispiel des Bienenstaats dem Verhältnis von Vorgesetzten und Untergebenen nachgeht (18 000). Hartung beginnt die Auktion mit Teil zwei der Bibliothek Georg Fischer, in einer bunten Mischung aus Reisewerken, Okkulta, Erotica, Enzyklopädien sowie englischer und französischer Literatur in Luxusausgaben. Barocke Silber- und moderne Meistereinbände belegen die Wertschätzung dieses Sammlers für ansehnliche Texthüllen.

          Weitere Themen

          Deutschland als Picasso-Land

          Buch zur Ausstellung : Deutschland als Picasso-Land

          Die Kunsthalle Bremen hat ihre Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg auf kluge Weise erweitert. Das taten auch noch weitere Museen, wie nun bestens dokumentiert ist.

          Topmeldungen

          Urlauber am Strand von Hurghada (Ägypten) im Jahr 2016: Wie wird es in diesem Sommer aussehen?

          Neue Corona-Beschränkungen : Was wird aus dem Sommerurlaub?

          Die EU-Staaten haben neue Reisebeschränkungen beschlossen, „unnötige Reisen“ sind unerwünscht. Die Mehrheit der Deutschen hat Auslandsreisen zu Ostern ohnehin schon abgeschrieben. Für den Sommer fordern Reiseanbieter und Hotels nun Vorgaben für eine Öffnung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.