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Bilderfreudig : Die Herbstauktion bei Reiss & Sohn in Königstein

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Der historischen Entdeckung von Bergwelten ist ein eigener Sonderkatalog gewidmet. Frühe Buchdrucke führen das Gesamtangebot in Königstein an.

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          Die Qualität der Lose bei Reiss& Sohn in Königstein profitiert diesmal besonders vom Eingang mehrerer Privatsammlungen. Einer von ihnen ist ein eigener Sonderkatalog gewidmet, unter dem Titel „Exploring and Mountaineering“. Es handelt sich um ein Konvolut antiquarischer Bücher und Fotografien, das die Erkundung der höchsten Gipfel der Erde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentiert, vorwiegend im alpinen und zentralasiatischen Bereich. Dabei ist zum Beispiel ein rarer Erstdruck von 1787 des Berichts über die Erstbesteigung des Mont Blanc durch Horace Bénédict de Saussure (Taxe 4000 Euro). Oder es gibt ein unikales Konvolut aus dem Nachlass des Dokumentarfilmers Paul Lieberenz, mit Tagebüchern, Dokumenten und Originalfotografien zur Hedin-Expedition durch die Mongolei und Chinesisch-Turkestan im Jahr 1927 (5000). Das teuerste Los ist ein Konvolut von 21 Aquarellen mit Darstellungen der kaukasischen Bergwelten, die der malende Bergsteiger Edward Theodore Compton für die Illustration eines Buchs anfertigte; die Schätzung liegt bei 12.000 Euro. Kurios ist ein Abzug der berühmten Fotografie des Yeti-Fußabdrucks, der 1951 von Eric Shipton bei der Erkundung des Mount Everests entdeckt wurde (500).

          Das Angebot der Herbstauktion mit Büchern, Drucken, Handschriften und Landkarten, die vom 29. bis zum 31.Oktober in Königstein stattfindet, zählt mehr als 2700 Lose. Angeführt wird es von Werken aus der Frühzeit des Buchdrucks. Die Liturgieerklärungen des Wilhelm Durandus von 1459 gelten als das vierte, gedruckte Buch der Geschichte überhaupt: Die auf Pergament gedruckte Inkunabel ist eines von nur drei bekannten Exemplaren in privater Hand – und sollte ihrem Erwerber 280.000 Euro wert sein. Für eine lateinische Ausgabe der Schedelschen Weltchronik aus dem Jahr 1493 mit Illustrationen in altem Kolorit werden 100.000 Euro erwartet. Genauso viel wie für ein Exemplar der ersten gedruckten und farbig illustrierten Bibel von 1483.

          Die berühmten Illustrationen von Maria Sibylla Merian lassen sich in gleich zwei Ausgaben ihres Hauptwerks über die Insekten Surinams bewundern: in der Amsterdamer Edition bei Bernard von 1730 (60.000) und in der Pariser Edition bei Desnos von 1771 (75.000). Eine ausgesprochen interessante Provenienz hat das Studienexemplar der Komödien des Terenz, das in der Literatur-Abteilung firmiert. Es gehörte einst dem jungen Friedrich Nietzsche und ist mit zahlreichen eigenhändigen Korrekturen und Ergänzungen versehen (6000).

          Die Sektion Fotografie widmet sich Reisealben und besticht mit Aufnahmen aus aller Welt, zu Taxen bis 3000 Euro. Wer nicht so weit in die Ferne schweifen möchte, dem seien die Fotografien von Carl Friedrich Mylius nahegelegt: Der Frankfurter Fotograf dokumentierte die Veränderungen, die das Stadtbild in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert erfuhr. Bilder des Doms zu Frankfurt und des mittelalterlichen Eschenheimer Turms sollen 300 bis 400 Euro kosten. Ein Abzug der wohl ersten, im Taunus aufgenommene Fotografie mit einer Ansicht der Burg Falkenstein soll tausend Euro wert sein.

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