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Berliner Buchauktion : Kaloderma macht schön

Bücher, Graphiken und Zeitschriften kommen bei Nosbüsch & Stucke in Berlin unter den Hammer. Auch ein Werbeplakat mit rosaroter Dame aus dem Jahr 1935 ist dabei.

          In seiner dritten Auktion wartet das Berliner Auktionshaus Nosbüsch & Stucke am 17. Januar mit einer bunten Mischung von Büchern, Plakaten und Fotografien auf. Mit finanzieller Unterstützung der Zarin Katharina II. erschien von 1784 bis 1788 in St. Petersburg das Kompendium einer „Flora Rossica“ (Taxe 6000 Euro). Aufgrund seiner 1810 in Moskau edierten Einführung in die Gynäkologie (4500) erhielt der Deutschrusse Wilhelm Michael Richter den ehrenvollen Auftrag Alexandra Feodorownas, während der Geburt des späteren Zaren Alexander II. ärztlichen Beistand zu leisten.

          Vierzig Chromolithographien nach Aquarellen des Berliner Landschaftsmalers Eduard Hildebrandt, der als Protegé Friedrich Wilhelms IV. Südamerika und später die Welt bereiste, kosten 6000 Euro. 15.000 Euro sollen Kopien von Bauunterlagen für eine Synagoge bringen, die der bayerische Hofarchitekt Jean Baptiste Métivier 1825 im klassizistischen Stil für die Israelitische Kulturgemeinde in München entwarf.

          Robert Musils 1936 in Zürich erschienener Essay „Nachlaß zu Lebzeiten“, seinem psychologischen Berater Hugo Lukácz „mit herzlichem Gruß“ zugeeignet, soll 7000 Euro einspielen. Taxen von 600 bis 5000 Euro tragen Einzelhefte von Vorzugsausgaben des legendären Avantgarde-Periodikums „Interfunktionen“. Den Hauptvertretern des Wiener Aktionismus - Günther Brus, Otto Muehl, Hermann Nitsch und Rudolf Schwarzkogler - widmete sich 1965 ein Sonderheft der Zeitschrift „Le Marais“ (4500).

          Die „Kunstismen“ der zwanziger Jahre beleuchtet ein für 2100 Euro erhältlicher schmaler Pappband, dessen Cover auf einen Entwurf El Lissitzkys zurückgeht. Ein Konvolut von Plakaten des Gebrauchsgraphikers Jupp Wiertz, der in den dreißiger Jahren für Touristik-Unternehmen neoromantische Sehnsuchtsbilder schuf, kostet kein Vermögen: Mit 900 Euro am teuersten darin ist Wiertz’ „Kaloderma“-Plakat, die Darstellung eines rosa gewandeten Blondchens, das den Erwerb des Seifenwunders empfiehlt.

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