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Berenberg-Kunstfonds aufgelöst : Ende eines Experiments

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Nach zwei Jahren ist Schluss: „Berenberg Art Advice“, eine Tochtergesellschaft der Berenberg-Bank, löst sich auf. Gescheitert ist auch der ehrgeizige Kunstfonds der Firma.

          Die Berenberg-Bank hat nach zwei Jahren ihre Tochtergesellschaft „Berenberg Art Advice“ aufgelöst. Die Kunstberatung war dafür zuständig, Sammlungen aufzubauen und zu verwalten. Auch der im November 2012 gegründete „Berenberg Art Capital Fund“ wird nicht weitergeführt. Die Geschäfte beider Bereiche leiteten Helge Achenbach, Stefan Horsthemke und Raymund Scheffler in Düsseldorf. Achenbach gilt als Erfinder des Art Consulting in Deutschland; seit 1978 berät er vor allem Unternehmen beim Aufbau ihrer Sammlungen. Horsthemke war vorher beim Kunstversicherer AXA Art. Scheffler leitete die Düsseldorfer Niederlassung der Berenberg-Bank. Er hat die Firma schon im März verlassen.

          Besonders das Ende des Fonds kommt überraschend. Noch im April hieß es, man habe zehn Millionen Euro von Investoren zugesichert bekommen. Karsten Wehmeier von Berenberg begründet nun den Schritt mit mangelndem Interesse der Investoren. Horsthemke sieht auch ein anderes Problem: Ende Mai habe der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das die Anforderungen an den Vertrieb von Spezialfonds verändere. „Wir hätten bis zum 22. Juli die angestrebten fünfzig bis hundert Millionen an Kapital zusammenhaben müssen.“ Das sei nicht machbar gewesen. Achenbach ergänzt, die Kultur der Bankenwelt und der Kunstwelt seien weniger kompatibel als erwartet.

          Das Projekt war ehrgeizig gestartet: Rund 200 Werke, 75 Prozent von Blue-Chip-Künstlern und 25 Prozent von „Emerging Artists“, sollten erworben und nach mindestens sieben Jahren mit Wertsteigerung verkauft werden. Erhofft hatte man sich eine Rendite von sieben bis neun Prozent. Der Mindestbetrag für eine Investition in den Fonds, der als Private Placement konzipiert war, betrug 100.000 Euro. Gegen eine Gebühr von 1,25 Prozent sollten Anleger die Kunstwerke ausleihen können. Angestrebt worden war auch eine Kooperation mit dem Londoner „Fine Art Fund“ von Philipp Hoffman.

          Horsthemke will in Zukunft die Finger von Kunstfonds lassen. Helge Achenbach hat ihn in den Vorstand der „State of the Art AG“ geholt. Achenbach selbst sitzt der 2005 gegründeten Firma vor.

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