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Auktionen in Kiew : Aus Bildern werden Waffen

Für Drohnen und Armeebusse: Ein Gemälde der ukrainischen Künstlerin Marija Prymatschenko wurde für 500.000 Dollar verkauft. Bild: Prytula Foundation

So wird die Ukraine mit Mitteln der Kunst verteidigt: Bei Benefizauktionen in Kiew kommt die Kultur des überfallenen Landes der Armee zu Hilfe.

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          In Kiew erwacht langsam das Kulturleben. Das eine oder andere Museum hat wieder geöffnet, eine Stadtführerin organisiert Rundgänge zu historischen Spezialthemen. Während in der Ostukraine der Krieg tobt, schlagen in der Hauptstadt jetzt nur alle zwei Wochen ein paar russische Raketen ein. Sogar Kunstauktionen werden organisiert, auch wenn Bieter und Zuschauer nur online dabei sein durften. Kürzlich war es wieder so weit: Der Fernsehjournalist Serhij Prytula versteigerte zehn Lose, wobei das Kiewer Auktionshaus Dukat die Infrastruktur stellte. Doch der Krieg war präsent. Werbend erklärte Prytula den Bietern, das eingenommene Geld gehe zu hundert Prozent an die Streitkräfte der Ukraine, für den Kauf von Drohnen des Typs „Walküre“ aus einheimischer Produktion.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Der charmante, bärtige Prytula, der äußerlich an Keanu Reeves erinnert, aber mit 41 Jahren deutlich jünger ist, nutzt seine Popularität, um öffentlich wirken zu können. Als 2014 auf der Krim und im Donbass die russische Aggression begann, sammelte Prytula Sach- und Geldspenden, um die ukrainischen Soldaten mit Kleidung, Ausrüstung, Fahrzeugen und Nachtsichtgeräten zu versorgen. Das war damals dringend nötig. Die Ukraine hatte ihre Armee bis dahin nicht gebraucht, der Staat war arm und korrupt. Vieles hat sich seitdem geändert, die Armee ist viel besser ausgestattet, aber der Wunsch der Bürger in Zivil, den Bürgern in Uniform zu helfen, ist zumal seit dem Beginn des großen Krieges am 24. Februar unverändert lebendig.

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