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New Yorker Ergebnisse : Basquiat ist jetzt amerikanische Spitze

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Es lief ganz gut in New York: Die Ergebnisse für die Auktionen mit Moderne, Impressionismus, Nachkriegskunst und Zeitgenossen bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips

          Den Auftakt zu den New Yorker Mai-Auktionen machte Christie’s mit seiner Abendveranstaltung mit Impressionismus und Moderne: Der Umsatz von 289,17 Millionen Dollar liegt deutlich über den erwarteten 200 Millionen. Das entspricht mehr als dem doppelten Umsatz in der entsprechenden Auktion im Mai 2016. Picassos Porträt von Dora Maar „Femme assise, robe bleue“ von 1939 stieg auf vierzig Millionen Dollar (Taxe 35/50 Millionen), mit Aufgeld sind das 45 Millionen. Noch höher kam nur Brancusis Bronzeguss von 1913 seiner „Muse endormie“, mit dem Zuschlag bei 51 Millionen Dollar (25/35 Millionen). Die hübsche Muse geht, dem Vernehmen nach, an den amerikanischen Medienmogul David Geffen.

          Bei der Konkurrenzveranstaltung von Sotheby’s wurde tags darauf das Spitzenlos, Egon Schieles „Danaë“ von 1909, kurz vor Beginn der Auktion vom Einlieferer zurückgezogen. Die erwarteten dreißig bis vierzig Millionen Dollar waren wohl doch zu hoch angesetzt für das frühe, noch jugendstilige Werk. Zum teuersten Los der Moderne wurde bei Sotheby’s Malewitschs „Suprematist Composition with Plane in Projection“ von 1915. Sie überstieg mit dem Hammerpreis von 18,6 Millionen Dollar ihre obere Taxe von achtzehn Millionen knapp; mit Aufgeld kostete das Bild 21,2 Millionen Dollar. Max Ernsts Bronze „Le roi jouant avec la reine“ von 1944 erreichte mit vierzehn Millionen Dollar mehr als das Doppelte der Obertaxe (bis sechs Millionen). Dreizehn Lose blieben unverkauft. Insgesamt spielte der Abend bei Sotheby’s, trotz des zurückgezogenen Schieles, passable 173,84 Millionen Dollar ein, gerechnet war mit 178 bis 251,9 Millionen.

          Weiter ging es mit den Zeitgenossen bei Christie’s: Dort trumpfte Cy Twomblys „Leda and the Swan“ auf, mit dem Zuschlag von 47 Millionen Dollar (35/55 Millionen); Käufer des Großformats von 1962 ist laut „New York Times“ der Galerist Larry Gagosian. Zweitteuerstes Los mit dem Hammerpreis von 46 Millionen Dollar wurden Francis Bacons „Three Studies for a Portrait of George Dyer“ von 1963; erwartet waren dafür auf Anfrage mehr als fünfzig Millionen. Der Gesamtumsatz beträgt 448,1 Millionen Dollar, gegenüber einer Erwartung von 370 Millionen.

          Am folgenden Tag landete Sotheby’s einen Volltreffer bei seinen Zeitgenossen: Spitzenlos war Jean-Michel Basquiats „Untitled“-Kopf (F.A.Z. vom 13. Mai), mit einer Schätzung von über sechzig Millionen Dollar. Doch der japanische Milliardär Yusaku Maezawa bewilligte dafür stattliche 98 Millionen Dollar. Inklusive Aufgeld hat er 110,5 Millionen Dollar für das Großformat zu bezahlen, das damit das teuerste Werk eines zeitgenössischen amerikanischen Künstlers jemals in einer Auktion ist. Roy Lichtensteins „Nude Sunbathing“ reüssierte bei 22 Millionen Dollar (mehr als 20 Millionen). Sotheby’s setzte an dem Abend 319,2 Millionen Dollar um, anvisiert waren 212 bis 278,6 Millionen.

          Auch Phillips meldet gute Ergebnisse, die Erwartungen für den Abend mit Gegenwartskunst von 107 Millionen Dollar wurden mit dem Umsatz von 110,3 Millionen überboten; das ist auch für Phillips mehr als das Doppelte der Mai-Auktion von 2016. Peter Doigs großformatiges „Rosedale“ von 1991, taxiert auf über 25 Millionen Dollar, kam auf 25,5 Millionen, Willem de Koonings „Untitled II“ von 1980 auf 11,5 Millionen Dollar (12/18 Millionen). Gerhard Richters „Abstraktes Bild (811-1)“ von 1994 (15/20 Millionen) wurde zurückgezogen.

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