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Bamberg : Die Altstadt glänzt

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Die Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen bleiben bei ihren Spezialitäten und öffnen sich der Gegenwart.

          Exotische Zuwanderer in Bamberg: Zwei Oryx-Antilopen hat es hierher in fremde Gefilde verschlagen. Die seltenen Wüstenbewohner kamen aber weder als Vorboten des Klimawandels noch als Zooattraktionen, sondern als Teilnehmer der Kunst- und Antiquitätenwochen, die gerade zum 24.Mal stattfinden. Die fast lebensgroßen prachtvollen Tiere entstanden aus je einem Stamm exotischen Holzes und tragen auf den Köpfen echte Exemplare der langen, spitzen Hörner ihrer Spezies. Zur Präsentation dieser Trophäen dürfte das Paar im 19. Jahrhundert geschnitzt worden sein, eine Zeitlang war es dann wohl vergessen, wovon einseitige Termitenfraßspuren zeugen, die der aparten Arbeit wie ein Vanitas-Symbol anhaften. Für 24.600 Euro sind die Antilopen bei Christian Eduard Franke zu haben.

          Franke bedient in seinem gotischen Stadthaus vielfältigste große und kleinere Wünsche mit Möbeln von Renaissance bis Biedermeier, mit Lüstern, Silbergerät und Spiegeln, auch Bronzen, dazu Gobelins und Fayencen. Der Fülle halber haben Franke und sein Partner Christoph von Seckendorff zusätzliche Ausstellungsräume im ehemaligen Amtshaus des Klosters Ebrach bezogen. Um den Anspruch des Klosters auf, nie gewährte, Reichsunmittelbarkeit zu stützen, bekam der um 1680 im Bamberger Domgrund erstellte Bau eine prächtige Giebelfassade, hinter der das durch Kultivierung der Silvanertraube schwerreich gewordene Ebrach ein Nutzgebäude einrichtete, stattlich, aber ohne jeglichen Schnickschnack. Liebevoll und sachkundig renoviert, bietet es nun viel Platz für weitere Stücke wie einen Hamburger Schapp – der Schrank ist knapp drei Meter hoch –, aus der Zeit um 1700 mit vorzüglichen Schnitzereien (87.000 Euro).

          Bambergs Altstadt, eine der schönsten Europas und schon lange Unesco Weltkulturerbe, bietet Geschichte an jeder Ecke, Charme und Romantik in Hülle und Fülle, also dem Antiquitätenhandel einen idealen Rahmen und Besuchern der Wagner- Festspiele im nahen Bayreuth gute Gründe für Abstecher in die Domstadt. Walter Senger weiß das; von Anfang an machte er bei den Kunst- und Antiquitätenwochen mit, in denen die Beteiligten ihre Ladengeschäfte mit besten Stücken füllen und auch an den Wochenenden öffnen. Diesmal hat Senger das um 1720 von einem Unbekannten gemalte Bild „Fuchsprellen“ an der Wand. Vor dem Hintergrund des mitleidlos den Fuchs immer wieder in die Luft schleudernden Treibens kann man weitere, zu dieser höfischen Festlichkeit veranstaltete Amüsements erkennen (38.000 Euro).

          Eine Spezialität der Firma Senger sind Skulpturen. Heilige und biblische Protagonisten beleben alle Räume, vor allem die tiefen mittelalterlichen Keller, in der Karolinenstraße und schräg gegenüber am Geyerswörthplatz, wo der Schwiegersohn und Geschäftsführer Thomas Herzog den erst im vorigen Jahr eröffneten Zweitsitz mit einer mutigen Mischung bespielt: Dort gibt es das Relief einer lebhaften Tischrunde des Herodes, der man soeben den Kopf Johannes des Täufers in einer Schüssel präsentiert; das zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Rheinland geschnitzte Werk liegt bei 68.000 Euro. Und da wäre das zauberhafte Triptychon aus dem Südtiroler Umkreis Friedrich Pachers, mit seiner um 1475 auf Goldgrund gemalten Maria mit Kind, umgeben von musizierenden Engeln und weiblichen Heiligen. Schließt man das Altärchen, zeigt es die Verkündigung (480.000 Euro). In Format und Farbigkeit auffälliger als solche mittelalterliche Finesse drängt zeitgenössische Kunst in den Blick, Bilder von Frauen in Pop- Art-Manier von Marc Taschowsky aus Berlin und Mischa Fritschs, unter Einbeziehung von Sonne, Wind und Wasser im Freien bearbeitete Leinwände.

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