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Zeitgenossen in New York : Der Triumph der großen alten Männer

  • -Aktualisiert am

Warhol und Lichtenstein dominierten die New Yorker Prestige-Auktionen mit Gegenwartskunst. Bei Sotheby's und bei Christie's übertrafen die Ergebnisse jeweils die Erwartungen. Phillips de Pury verzeichnet sogar den höchsten Umsatz der Firmengeschichte.

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          In dieser Woche hat Pop Art in New York regiert: Allein mit den drei Spitzenstücken von Warhol wurden in den Abendauktionen mehr als hundert Millionen Dollar generiert. Die Auktionshäuser haben rund dreimal so viel umgesetzt wie vor einem Jahr. Einen besonders starken Auftritt hatte Phillips, de Pury & Co. zum Auftakt: Der Umsatz der Auktion, die in den neuen Räumen an der Park Avenue abgehalten wurde, belief sich auf rund 137 Millionen Dollar - mehr als die Gesamttaxe und mehr als je zuvor in der über zweihundertjährigen Geschichte des Hauses.

          Dafür waren die 33 Werke der „Carte Blanche“-Auktion verantwortlich, die der Kunsthändler Philippe Ségalot zusammengestellt hatte; er akquirierte die Arbeiten teilweise direkt bei seinen Künstlerfreunden. Nur drei fanden keine Abnehmer. Spitzenlos war - auf Anfrage mit einer Schätzung von rund vierzig Millionen beziffert und mit Garantie und unwiderruflichem Gebot versehen - Warhols großer schwarzweißer Siebdruck „Men of Her Life“ von 1962.

          Auf dem Bild, das wohl von der Kunsthändlerfamilie Mugrabi kam, ist ein Zeitungsfoto von Liz Taylor zwischen ihrem damaligen Gatten Mike Todd und ihrem späteren Mann Eddie Fisher vervielfacht. Der Preis kletterte schnell von 32 Millionen auf telefonisch gebotene 56,5 Millionen Dollar: Das sind mit Aufgeld 63,3625 Millionen Dollar - der zweithöchste Preis, der jemals für Warhol erzielt wurde (nur sein „Green Car Crash“ war teurer; er kostete im Mai 2007 bei Christie's 71,72 MILlionen Dollar). Das Publikum applaudierte.

          Der Abend bei Phillips markierte außerdem verschiedene Rekorde für Künstler wie Felix Gonzalez-Torres, Robert Morris, Rudolf Stingel und Cindy Sherman. Shermans Farbfotografie „Untitled #153“ aus dem Jahr 1985 zeigt die Künstlerin in der makaberen Rolle eines Mordopfers, mit Erdkrümeln und Regentropfen im Gesicht; der Hammer fiel bei 2,4 Millionen Dollar (Taxe 2/3 MIllionen). Thomas Schüttes „Großer Geist No.16“ verdreifachte seine Schätzung und wurde einem anonymen Bieter bei 3,6 Millionen Dollar zugeschlagen, auch ein Rekord.

          Eine Warhol-Vorzeichnung für Larry Gagosian

          Die Abendauktion bei Sotheby's überrundete am nächsten Tag mit 222 Millionen Dollar ebenfalls die obere Gesamttaxe, und nur fünf von 54 Losen blieben liegen. Auch hier war Warhol Hauptdarsteller: Seine „Coca-Cola“-Flasche von 1962 aus dem Besitz der New Yorkerin Elizabeth Rea übertraf die Schätzung von zwanzig bis 25 Millionen Dollar und ging an einen ungenannten Bieter für 31,5 Millionen Dollar.

          Kurz darauf wurde Larry Gagosian beobachtet, wie er sich mit einem Gebot von 1,25 Millionen Dollar die passende Vorzeichnung sicherte - vor drei Jahren hatte diese in London umgerechnet knapp eine Million Dollar gekostet. Andreas Gurskys monumentaler C-Print „Frankfurt“ (Auflage 6) mit einer dunklen, bühnenartig inszenierten Ansicht des Flughafens aus dem Jahr 2007 erzielte die obere Schätzung von 1,8 Millionen Dollar.

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