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Umzugsbedingt : Auktion in der Stuttgarter Galerie Valentien

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          Vor dem Umzug in ein bescheideneres Quartier in Stuttgart-Gänsheide hat sich die traditionsreiche Galerie Valentien zu einer Ausdünnung ihrer Bestände entschlossen. Im Garten der 1911 von Paul Bonatz erbauten Villa wird die Berliner Auktionatorin Irene Lehr am 19. September 300 Kunstwerke versteigern. Der Gründer der Kunsthandlung Fritz C. Valentien knüpfte früh Kontakt zum Bauhaus-Meister Schlemmer und bot dessen 1933 im Württembergischen Kunstverein zwangsentfernten Gemälden Asyl.

          Camilla Blechen
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Eine Dirigentin von Karl Hubbuch

          Nach Kriegsende kamen die Hauskünstler vorzugsweise aus dem südwestdeutschen Raum, allen voran HAP Grieshaber, der mit mehr als zwanzig Losen am stärksten vertreten ist, gefolgt von Dix mit neun Aktzeichnungen seiner dezidiert unschönen Modelle (Taxen je 4000 Euro). Sein Aquarell „Gärtnerei in St. Cyr“ von 1958 ist auf 10.000 Euro geschätzt. Als Musterbeispiel für die Neue Sachlichkeit steht Karl Hubbuchs „Dirigentin“ (9000). Ernst Hassebrauks charaktervolle „Frau mit roter Kette“ von 1929 soll 750 Euro einspielen.

          Die zur Abstraktion drängende Malerei nach 1945 spiegelt sich in Baumeisters „Afrikanischen Geistern mit Blau“ (40.000) und in den aquarellierten „Scheiben“ von Nay (15.000). Dem nachdrücklich geförderten Österreicher Alfred Hrdlicka huldigt die Auktion mit zwei monumentalen Zeichnungen. Der grausige Häftlingsselbstmord fordert den Einsatz von 4000 Euro, eine vielfigurige, partiell kolorierte „Werkskizze“ 20.000 Euro. Unter den Skulpturen ragen die lebensgroße Bronze einer „Aufrecht Knienden“ von Ludwig Kasper (15.000) und Barlachs zweite Fassung der „Lesenden Mönche“ (10.000) hervor.

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