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Toplose in Internationalen Auktionen 2007 : Hohe Preise für Spitzenwerke

Auch im Jahr 2007 geschieht alles in New York und London. Moderne und Gegenwartskunst dominieren bei den höchsten internationalen Zuschlägen. Eine winzige Löwendame aus Kalkstein stielt den großen Künstlern die Show.

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          Schon zur Halbzeit dieses Jahres meldeten die zwei Erzrivalen Umsätze jenseits von Gut und Böse: Christie's, zum Imperium des französischen Unternehmers François Pinault gehörig, verkündete im August 3,25 Milliarden Dollar, die amerikanische Aktiengesellschaft Sotheby's 3,24 Milliarden Dollar. Es ließen sich hier nun weitere Verlautbarungen dieser Art - im Einzelnen und im Besonderen vor allem für die zeitgenössische Kunst - durchspielen, deren Erkenntnisgewinn indessen vergleichsweise gering ist unterm Strich: Denn die Kosten für die Häuser - die den Einlieferern von Spitzenwerken garantierten Summen (gleichgültig, ob ein Los in der Auktion verkauft wird oder nicht), die aufwendigen Kataloge oder die Tourneen publikumsträchtiger Werke von Berlin bis Peking -, die diesem Blendwerk der Umsätze gegenüberstehen, verschweigen die höflichen Sänger des Erfolgs in ihren Bilanzen.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Zum Finale zeigen wir hier die absoluten Spitzen 2007. Diese Schönheitsgalerie verdankt sich nicht zuletzt der Einlieferungsfreude bei den Eigentümern hochkarätiger Werke, die jetzt einspeisen, was geht, in einen finanzstarken Markt, der Exzeptionalität und Herkunft obendrein honoriert: Der rosige Rothko (Rang 1) ist mit David-Rockefeller-Provenienz geadelt; das frühe grüne Warhol-Desaster (Rang 2) sucht seinesgleichen in den Dimensionen (und sein nicht öffentlich gemachter Vor-Vorbesitzer war Gunter Sachs); Bacons Stierkampf-Hommage (Rang 5) und der dunkel-typische Rothko (Rang 10) kamen aus der deutschen Familienstiftung Viktor und Marianne Langen. Auch auf der Käuferseite bleibt man sich treu - und schätzt weiter die Anonymität.

          Ein Raffael vertritt die Alte Kunst

          Zu den charmanten Konstanten dieser Charts gehört, dass beinah immer ein Alter Meister durchkommt. Im vergangenen Jahr war es eine „Giudecca“-Ansicht von William Turner - allerdings ein Mann schon des 19. Jahrhunderts, an der Schwelle zur Moderne - mit 32 Millionen Dollar. Nun ist es Raffaels Porträt des Lorenzo II. de' Medici von 1518 (Rang 7), für umgerechnet gut 33 Millionen Dollar: In dieser Preisklasse scheint die Schmerzgrenze des Altmeistermarkts zu liegen, selbst wenn der rare Italiener antritt. Für das Gros des Marktsegments bedeutet das aber vor allem eine fortgesetzte Unterbewertung, im Verhältnis zur Moderne und Gegenwart.

          Allerdings ist auch der Zufluss in die Auktionen knapper, mangels feilen Spitzenmaterials. Star dieses Jahrs ist die winzige Kalkstein-Löwin aus Mesopotamien (Rang 3), die den Allzeitrekord für eine Skulptur mit dem Zuschlag bei 51 Millionen Dollar an einen anonym gebliebenen Engländer auf sagenhafte 57,2 Millionen Dollar (rechnet man das Käuferaufgeld ein) hochschraubt. Sie steht freilich für sich allein, ein Solitär, für keine Prognose verfügbar. Eigentlich ein schöner Gedanke.

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