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Sotheby’s: Schmuckauktion : Die Juwelen einer Diva

  • -Aktualisiert am

Ihre Berufung: Gina Nazionale, ihre Leidenschaft: Bulgari. Bei Sotheby’s in Genf werden am 14. Mai Schmuckstücke aus dem Besitz der Schauspielerin Gina Lollobrigida versteigert.

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          Was haben Gina Lollobrigida und Elizabeth Taylor gemeinsam? Beide waren in den fünfziger und sechziger Jahren große Stars, beide trugen auf einer Moskauer Filmgala 1961 das gleiche Dior-Kleid, beide lieben Juwelen. Einig waren sich die Schauspielerinnen auch darüber, welches Unternehmen in Sachen Preziosen allen anderen vorzuziehen sei: das römische Haus Bulgari. Richard Burton sagte einmal, es sei das einzige italienische Wort, das seine Frau Elizabeth kenne.

          Als Liz Taylor 2011 starb und ihre Schmucksammlung bei Christie’s versteigert wurde, nahm das Auktionshaus an nur einem Tag fast 116 Millionen Dollar ein. Das Spitzenlos der Versteigerung war „La Peregrina“, eine fünfhundert Jahre alte, tropfenförmige Perle an einem Rubin- und Diamantenhalsband, für die der Hammer erst bei 10,5 Millionen Dollar fiel.

          Daran erinnert man sich, wenn Sotheby’s am 14. Mai 23 Stücke aus der Juwelenkollektion von Gina Lollobrigida in Genf versteigert, darunter ein Paar diamantenbesetzter Ohrhänger mit natürlichen, fast 2,5 Zentimeter langen Salzwasserperlen in Form von Tropfen: Für die 1964 von Bulgari gefertigten Schmuckstücke werden 565.000 bis 940.000 Franken erwartet.

          In den fünfziger und sechziger Jahren erlebte das 1884 in Rom gegründete Unternehmen eine Blütezeit: Die Studios der Cinecittà lockten große Kundschaft aus dem Filmgeschäft in die Via Condotti 10. Neben Elizabeth Taylor und „La Lollo“ kauften auch Sophia Loren und Ingrid Bergman bei Bulgari. Die Marke prägte in den Jahren der dolce vita ihren eigenen Stil aus - zuvor dominierte Paris das Schmuckdesign.

          Einige der Stücke, die nun in Genf unter den Hammer kommen, waren seit 2009 in einer Ausstellung zu Bulgaris 125. Jubiläum zu sehen. Die Schau tourte von Rom über Paris und Peking bis nach Schanghai. Eines der Highlights: ein 43 Zentimeter langes Diamantencollier von 1954 aus Lollobrigidas Besitz. In halber Länge lässt sich die Kette als Diadem tragen, wie die Diva es 1961 bei der Verleihung der Golden Globes tat, als sie den Preis für die beliebteste internationale Schauspielerin entgegennahm. Das Collier wird bei 285.000 bis 470.000 Franken zum Aufruf kommen.

          Noch wertvoller ist ein rund neunzehn Karat schwerer Bulgari-Diamantring von 1962; für ihn liegt die Taxe bei 375.000 bis 750.000 Franken. Weitaus günstiger ist da eine Rosenbrosche aus Koralle und Diamanten (Taxe 11.500/17.000 Franken), von „La Lollo“ selbst in den Siebzigern entworfen. Bevor sie sich der Schauspielerei zuwandte, studierte die 1927 in Latium als Luigina Lollobrigida Geborene Kunst in Rom. Von den Siebzigern an war sie auch als Fotografin und Dokumentarfilmerin tätig. Heute widmet sie sich, inzwischen 85 Jahre alt, ganz der Bildhauerei: Deswegen habe sie nur noch wenig Bedarf an Juwelen, sagt die Künstlerin. Mit einem Teil des Erlöses der Auktion will Lollobrigida die Stammzellenforschung unterstützen. Für Sotheby’s jedenfalls läuft es zurzeit glänzend in der Kategorie Juwelen: 2012 brachte einen neuen Umsatzrekord.

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