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Sammlerporträt : Gibt es etwas Schöneres als eine alte Schreibmaschine?

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Uwe H. Brekers Auktionsfirma ist der Weltmarktführer für historische Kommunikationstechnik. Und niemand übertrifft seine Sammlung alter Apparate.

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          Das Mekka der Technik-Sammler liegt nicht mehr in London oder Paris, sondern in Köln-Godorf. Hier, direkt an der Autobahnabfahrt zwischen Ikea und Metro, hat Uwe H. Breker sein Auktionshaus für alte Kommunikationstechnik eingerichtet. Von den anderen Hallen- und Nutzbauten unterscheidet es sich auf den ersten Blick allein dadurch, dass ab und zu ein Ford T-Modell von 1909 in blitzblankem Zustand vor der Tür parkt.

          „Auction Team“ lautet die nüchterne Aufschrift am Eingang. Aber jeder Technik-Sammler weltweit weiß, dass dahinter der Name von Uwe H. Breker steht, der mit seiner Frau Astrid und einer Schar von Getreuen in den vergangenen zwanzig Jahren zum Weltmarktführer für historische Kommunikationstechnik aller Art geworden ist: ein Auktionshaus, das zugleich ein Museum der Geschichte der visuellen, akustischen und schriftlichen Kommunikation ist, wie man es von der Qualität der Objekte er kaum noch einmal finden wird.

          Breker, der am 23. September seinen siebzigsten Geburtstag feiern konnte, ist ein echter Kölner. Und in der Kölner Sport-, Kultur- und Geschäftsknuddelgemeinde ist er bekannt wie Manfred Germar oder Wolfgang Overath. Schon als Fünfzehnjähriger errang er seinen ersten Preis als Sieger im Bundesschulwettbewerb „Jugend fotografiert“. Und schnell war er auch: Mit achtzehn Jahren stand er in der Viermal-hundert-Meter-Meisterstaffel des ASV Köln – mit Germar, Kaiser und Ulonska. Mit neunzehn hatte er schon fünf deutsche Meistertitel und war der Kurvenspezialist der Viermal-hundert-Meter-Nationalstaffel. Seine Bestzeit von 10,5 Sekunden (in Fünf-Spikes-Schuhen auf Sandbahn) dürfte heute ungefähr 10,2 Sekunden entsprechen. Die Sport-Karriere musste er im Alter von zwanzig Jahren nach einem Unfall aufgeben. So widmete er sich anderen Disziplinen, unter anderem die internationalen Fluglizenz PPL.

          Uwe Breker gehört zum Typus der „Innovationskreativen“, unter deren Händen alles zu Gold wird. Irgendwie gelingt ihm alles und so gut, dass man meist nicht erkennen kann, wie viel Arbeit, Zähigkeit, Wagemut, kalte Entschlossenheit mit heißes Herz dazu gehören. Heute ist Breker Druckerei- und Werbefachmann, daneben Sammler und Auktionator historischer Technik. Er liebt einfach schöne alte Mechanik – gleichgültig, ob es ein Schuco-Auto aus den Fünfzigern oder ein Musikautomat aus dem 18. Jahrhundert ist. Will man ihm dann vorhalten dass er doch im Grunde nur ein Spielkind geblieben sei, dann werden einen die hellwachen Augen über der Brille anblitzen: Ja, so ist es, und ist denn etwas dagegen zu sagen, wenn man sich sein Leben lang kindliche Freude bewahrt? Jeder Besucher, dem er seine Sammlungen zeigt – und Breker zeigt sie gerne und ausführlich –, erkennt sofort seinen unbändigen Spaß an den alten Stücken, an deren komplexer Mechanik, ihrer historischen Bedeutung.

          Nützliche Sammlerwut

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