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Porzellan in Berlin : Goldchinesen zum Tee

Porzellan-Eier aus russischer Manufaktur und einen buntgefiederten Kakadu von Kaendler aus Meissen bietet Lempertz in Berlin: der Vorbericht zur Auktion.

          Als Zugeständnis an ihre Kunden setzt der Katalog zur Beschreibung von vierzig Porzellan-Objekten mit Romanow-Provenienz, die Lempertz am 9. Mai in Berlin versteigert, kyrillische Buchstaben ein. Sämtliche Kostbarkeiten, die der Zarenhof bei der Kaiserlichen Manufaktur Sankt Petersburg orderte und einige Stücke aus Meissen und der Berliner KPM kommen aus einer norddeutschen Privatsammlung.

          Camilla Blechen

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Als Spitzenstück unter dreißig Porzellan-Eiern empfiehlt sich ein um 1880 mit Darstellungen des segnenden Christus, der Jungfrau Maria und des Erzengels Michael bemaltes, vierzehn Zentimeter hohes Exemplar (Taxe 60.000/70.000 Euro). Kleinere Eier mit Veduten, Wappen oder Porträts, die in der Zarenfamilie zirkulierten oder hochgestellten Persönlichkeiten überreicht wurden, kosten 1200 bis 22.000 Euro.

          Aus dem Krönungsservice für Nicolaus I.

          Ein kobaltblau grundierter Teller aus dem Krönungsservice für Nicolaus I. wird für 45.000 bis 55.000 Euro angeboten; zwei mit Früchten dekorierte Dessertteller, 1827 für den Palast von Pawlowsk produziert, sollen je 45.000 bis 50.000 Euro einspielen. Subtiler durchgestaltet als das russische Porzellan erscheinen die Meissener Ausformungen der Tafelservice, wie ein sparsam bemalter Teller aus dem Gedeck für Aleksej Grigorjewitsch Orlow, den Günstling der Zarin Katharina II., beweist: Besonderen Reiz besitzt eine Teekanne „mit Goldchinesen“ (14.000/ 18.000).

          Unter den Porzellanfiguren ragt das Unikat eines Kakadus von Kaendler heraus, das 32.000 bis 35.000 Euro einspielen soll. Ihren Auftritt bekommt die KPM bei der Auktion von Berliner Kunstgewerbe: Hier ist eine Kratervase mit der Ansicht des Neuen Palais in Potsdam von 1850/60 auf 19.000 bis 22.000 Euro geschätzt. Eine Deckelterrine mit halbplastischen Maskarons trägt die Meistermarke des eingewanderten Hugenotten George Daniel Fournié (22.000/ 24.000).

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