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Moderne und Schweizer Kunst : Wintermond

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Renoir, Kirchner, Schmidt-Rottluff: Französische Impressionisten und Deutsche Expressionisten schaffen ein hohes Niveau in der Offerte von Koller in Zürich.

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          Am 9. Dezember ruft Koller in Zürich einige kapitale Lose auf. Französischer Impressionismus und deutscher Expressionismus begegnen sich auf hohem Niveau: Renoirs Bildnis von Gabrielle, einer nahen Verwandten, zeigt die Dame in freier Natur auf einem Stein sitzend, ihre rote Bluse steht in Kontrast zur warmgelben Landschaft. „Le Repos (Gabrielle)“ entstand um 1900 und wurde einst von Ambroise Vollard gehandelt. Seit 1936 in Familienbesitz und nicht mehr öffentlich gezeigt ist das Bild jetzt auf 700.000 bis eine Million Franken geschätzt. Karl Schmidt-Rottluff hat sein Gemälde „Lilien“ 1931 datiert. Es verweist auf die damals einsetzende Verhöhnung expressiver Kunst durch die Nationalsozialisten (Taxe 300.000/500.000 Franken).

          Ein Holzschnitt-Unikat von Kirchner

          Aus der Zeit um 1932 stammt Oskar Schlemmers Aquarell „Frauenkopf“, das in Breslau entstand (160.000/250.000). Als Reise ins Unterbewusste kann man Max Ernsts Ölbild „Squelettes d’enfants“ von 1935 erleben, in dem die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen (150.000/250.000). Ähnlich von unerklärbaren Codes durchdrungen ist Magrittes Gouache „La Mémoire“ um 1940 (600.000/800.000). Schließlich finden sich in der Koller-Offerte vier Arbeiten Chagalls, unter denen „L’homme à la chèvre“ auffällt; die farbintensive Gouache entstand 1950 in Südfrankreich (400.000/600.000). Höchst taxiertes Graphik-Los ist Kirchners mehrfarbiges Holzschnitt-Unikat „Wintermondnacht“ von 1919 mit 500.000 bis 700.000 Franken. Das beinahe quadratische Motiv führt den Betrachter in die Davoser Bergwelt; man kennt es in zwölf Exemplaren, die sich ähneln, doch nicht gleichen.

          Die Spitzen bei der Schweizer Kunst sind zwei Gemälde Albert Ankers: die um 1889 gemalte „Ältere Schwester“ (1,5/2,5 Millionen) und das Doppelbildnis „Schreibunterricht“ (800.000/ 1,2 Millionen). Aufmerksamkeit verdienen Hodlers Figurenstudie von 1915/16 (300.000/400.000) zum Monumentalgemälde „Blick in die Unendlichkeit“ und Giovanni Giacomettis „Stillleben mit Plastik (Bildnis Alberto Giacometti)“ von 1929 (200.000/ 300.000).

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