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Moderne und Gegenwartskunst : La Deneuve

Mit Stola und Paillettenkleid: Catherine Deneuve glänzt als unsterblicher Weltstar auf einer Modezeichnung. Bei weitem ist das nicht das einzige interessante Los der Kunstauktion bei Jeschke Van Vliet in Berlin. Die Vorschau.

          Das Berliner Auktionshaus Jeschke Van Vliet in Berlin gewährt bei seiner Versteigerung von Gemälden und Graphik am 19. November zwanzig Skulpturen einen Sonderauftritt. Ernst Barlachs Maske des Engels, ein Bronzekopf des Güstrower Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, ist auf 25.000 Euro beziffert. Der aufschlussreiche Gießerstempel „H. Noack Berlin Friedenau“ signalisiert ein frühes Gussdatum.

          Camilla Blechen

          Redakteurin im Feuilleton.

          Der Kopf trägt die Gesichtszüge von Käthe Kollwitz, deren Sohn Peter 1914 in Flandern gefallen war. Als nächstes Los kommt die gesamte Figur des horizontal schwebenden Himmelsboten zum Aufruf: Barlachs Entwurf aus Stuckgips von 1927 mit einer Länge von 38 Zentimetern ist auf 6000 Euro geschätzt. Die beiden Ausführungen stammen aus dem Nachlass von Johannes Schwartzkopff, jenes Geistlichen, der den Bildhauer 1926 für die Integration der Skulptur in die Domkirche von Güstrow gewonnen hatte.

          Ein Stillleben von Rudolf Levy

          Ein knapp elf Zentimeter hoher „Laufender Elefant“ von Renée Sintenis ist auf 18.000 Euro geschätzt. Eines von 75 Exemplaren des bronzenen „Malerstammes“ von Jörg Immendorff soll 3500 Euro einspielen. Jeschke Van Vliet hat Erfahrung mit hohen Zuschlägen für Gemälde des gebürtigen Russen Nicolas Tarkhoff. Auch dieses Mal ist wieder ein Damenporträt dabei. Für das Gemälde „Jeune Femme au jardin“ von um 1907 erhofft man sich 18.000 Euro. Ein Stillleben mit Pfirsichen, das der 1928 nach Italien emigrierte Matisse-Schüler Rudolf Levy 1944, zwei Jahre vor seiner Ermordung durch die Nationalsozialisten, vollendete, ist auf 36.000 Euro geschätzt.

          Relikte der DDR-Kunst finden sich in Werner Tübkes „Ständchen im Freien“ von 1999 (Taxe 20.000 Euro) und Wolfgang Mattheuers markanten Bleistiftzeichnungen aus den Jahren 1979 und 1992 (je 2600). Mit einer „Feuerblume“ aus dem Geist von Zero brennt Otto Piene 1975 „Ein Loch in den Himmel“. Zu ewigem Ruhm verhalf der 2004 in Rom gestorbene Modezeichner René Gruau der Filmdiva Catherine Deneuve: Im Paillettenkleid, mit knallroter Stola und wallender Lockenpracht lässt er die Schauspielerin auf seiner Gouache vor schwarzem Grund posieren. Die charmante Hommage an einen Weltstar soll 7500 Euro bringen.

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