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Moderne und Gegenwartskunst : Berliner Exkursion in die Gegenwart

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Breit gefächert ist das Angebot an Druckgrafik, das feine Blätter von Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Nolde, Beckmann und Picasso umfasst. Der weibliche Akt, dieses ewige Faszinosum, wurde in Bronze von Gerhard Marcks und Georg Kolbe festgehalten, auf Papier von Klimt, Schiele, Kirchner und Chagall, in Öl von Corinth und Otto Mueller - Letzterer hat mit dem blauschattigen „Weiblichen Akt in den Dünen“ um 1911 vielleicht die Schriftstellerin Annemarie von Nathusius porträtiert (200.000/ 300.000). Der Katalog verzeichnet das Gemälde bis 2010 als Dauerleihgabe in der Kunsthalle Mannheim. Im Jahr 2009 war es auf der Art Cologne bei Beck & Eggeling mit einem deutlich höheren Preis angeboten worden.

Eine Stadtansicht von Feininger

Zu den Spitzenlosen zählen außerdem Jawlenskys meditativer „Abstrakter Kopf: Letzte Strahlen“ von 1931 (250.000/350.000) und Paula Modersohn-Beckers „Selbstbildnis mit gelbem Kranz“, auf dem sie wie eine blumengeschmückte bäuerliche Braut wirkt - vielleicht nicht ganz zufällig: Das Bild, in Tempera auf Pappe, stammt aus dem Jahr 1901, in dem sie den Maler Otto Modersohn heiratete (200.000/300.000). Ergreifend ist Lyonel Feiningers Spätwerk „Shadows of Dissolution (Dunkelgeahnte Auflösung)“ aus dem Jahr 1953, das seinen Titel einer Eingebung seines Künstlerfreunds Mark Tobey verdankt: Feininger, der als Sohn zweier deutscher Musiker zwar in Amerika geboren wurde, aber Deutschland zu seiner Heimat machte, bis die Nationalsozialisten ihn vertrieben, hatte sich 1953 längst wieder in New York etabliert.

Doch vor seinem inneren Auge spukten immer noch die Silhouetten der Dörfer und Städte, die ihn als jungen und erwachsenen Mann so fasziniert hatten. Die 91 mal 76 Zentimeter große Leinwand basiert auf einer Straßenskizze aus Lüneburg, aber die Ansicht verschwimmt durch den flüchtigen Pinselstrich wie eine intensive, langsam verblassende Erinnerung (200.000/ 300.000).

Private Bilder von Man Ray

Silbergelatineabzüge mit Motiven von zweien der drei Feininger-Söhne sind bei der Fotografie am 3. Juni zu finden. Von T. Lux Feininger stammt ein spontanes Doppelbildnis der Bauhaus-Schüler Xanti Schawinsky und Erich Consemüller aus dem Jahr 1928 (2000/2500), während Andreas Feininger staunend das New York der vierziger Jahre dokumentierte (2500 bis 7000). Außerdem werden Fotos von Laszlo Moholy Nagy und Gisèle Freund, von Shirin Neshat, Thomas Struth und Wolfgang Tillmans versteigert.

Bemerkenswert ist ein Konvolut künstlerischer und privater Bilder von Man Ray, die seine Begegnungen mit Picasso und Gertrude Stein, ein Schachspiel mit Marcel Duchamp und seine Frau Juliet in verschiedenen Posen und Kostümierungen festhalten; eine Albumseite mit elf Abzügen aus den sechziger und siebziger Jahren ist auf 3000 bis 4000 Euro taxiert. Im Jahr 1929 stilisierte Lotte Jacobi die Tänzerin Niura Norskaya unter einem breitkrempigen schwarzen Hut zur zeitlosen Ikone. Ein signierter Abzug aus den Siebzigern, vierzig mal fünfzig Zentimeter groß, ist auf 22.000 bis 25.000 Euro geschätzt und stellt damit das Spitzenlos der Fotografie.

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