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Kunsthandwerk und Design : Schokoladenmädchen aus Porzellan

Lempertz bot feines Porzellan und Kunsthandwerk preußischer Herkunft. Zuvor kamen Designbegeisterte auf ihre Kosten - ein Rückblick auf die Berliner Auktion.

          Mit 42.000 Euro hoch beboten, verließ auf der Versteigerung von KPM-Porzellan, die das Kölner Auktionhaus Lempertz im Berliner Nicolai-Viertel abhielt, eine um 1825 produzierte Kratervase mit üppiger Blumenmalerei die deutsche Hauptstadt in Richtung Wien. Ebenfalls weit über ihren Schätzungen von 8000 bis 10.000 Euro, nämlich erst bei 34.000 Euro von einem österreichischen Sammler erworben, wurde eine Deckelvase mit maritimen Motiven, die Kaiser Wilhelm II. an die große Zeit der internationalen Regatten vor dem Jahr 1914 erinnerte.

          Camilla Blechen

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Auf Veduten von Carl Daniel Freydanck zurückführen lässt sich das Dekor einer fast fünfzig Zentimeter hohen Vase mit Ansichten der beiden Ritterburgen „Katz“ und „Maus“, die das Rheinische Landesmuseum in Bonn für 22.000 Euro erwarb. Den prachtvollen Schmetterling auf einer Keksdose von 1902 entwarf der KPM-Porzellanmaler Adolf Flad. Das Kleinod wurde jetzt ebenfalls bei 22.000 Euro zugeschlagen (Taxe 14.000/16.000 Euro). Ein russischer Bieter bewilligte 6000 Euro (2000) für eine Porzellankopie von Jean-Étienne Liotards Gemälde „Das Schokoladenmädchen“, das heute in der Dresdner Gemäldegalerie zu bewundern ist.

          Ein königliches Besteck

          Erfreulicherweise gelang es der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, ein Silberbesteck für sechsunddreißig Personen - eine Bestellung Friedrich Wilhelms IV. - für 9500 Euro (10.000/12.000) zum Zweck der Dokumentation königlicher Tafelkultur zu erwerben. Mecklenburgischem Familienbesitz entstammt ein von Johann George Hossauer um 1837 für den Großherzog Paul Friedrich angefertigtes Présentoire, das bei 9500 Euro dem Staatlichen Museum Schwerin zufiel. Einer rheinischen Privatsammlung einverleibt wurde zur Schätzung von 30.000 Euro eine Marmorreplik jener Porträtbüste, die Christian Daniel Rauch 1820 vom Weimarer Dichterfürsten Goethe angefertigt hatte.

          Bei der vorangegangenen Versteigerung mit modernem Design erwarb das Deutsche Historische Museum für 1600 Euro (1300) eine von Thonet im klassischen Bauhaus-Stil hergestellte Etagère. Das leicht ramponierte Restexemplar der „Frankfurter Küche“ von Margarete Schütte-Lihotzky wurde für 13.000 Euro von einem Haushaltsmöbel-Hersteller für die eigene Sammlung erworben. Die prononcierte Funktionsuntüchtigkeit der Stahlblech-Variante von Ron Arads „Bookworm“ stieg von 2600 auf 9000 Euro. Einen Rückgang hinnehmen musste das auf 7000 bis 9000 Euro geschätzte „Druckknopftableau“ von Peter Behrens aus der Sammlung von Tilmann Buddensieg, deren Wagenfeld-Offerten einen breiten Zuspruch erfuhren.

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