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Kunstauktion in Hamburg : Café de Flore

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Moderne und Zeitgenössische Kunst bietet das Auktionshaus Ketterer in Hamburg. In ihrer Fülle schwelgt eine Skulptur Niki de Saint Phalles, während auf Max Beckmanns Gemälde Wilddiebe verstohlen im Wald verschwinden - unser Vorbericht.

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          Das Bild, so das Credo von François Morellet, ist nur ein Ausschnitt des größeren Ganzen, und so gestaltet er seine Werke auch. Er verfasst strikt geplante Strukturen von gefälliger Ästhetik, deren Bildfläche über sich selbst hinausweist. Eines dieser kontrolliert konkreten Werke aus den fünfziger und sechziger Jahren, das 80 mal 80 Zentimeter große „4 trames 22,5°-45°-67,5°-90°“, gehört nun zu den Toplosen der zeitgenössischen Abteilung bei Ketterer in Hamburg am 4. und 5. April und ist auf 20.000 bis 25.000 Euro geschätzt. Die gleiche Schätzung gilt für Ernst Wilhelm Nays Aquarell und Tuschearbeit „Abstrakte Komposition“ von 1964, das in der Phase der „Augenbilder“ entstand, wie auch seine legendären Deckengemälde auf der documenta III in Kassel, in denen Augenmotive den Betrachter mit ihren Blicken konfrontieren und somit die traditionelle Situation verkehren.

          Eine Cafészene von Jörg Immendorf

          Fritz Winters Gemälde „Vor Weiß“ (Taxe 18.000/25.000 Euro) entstand in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre. Hier entwickelt er anschaulich seine mehrschichtig gestaffelten Flächen- und Linienkompositionen. Fröhlich, sanft und rund sind Niki de Saint Phalles Nanas, und für besonders gute Laune sorgten ihre „Berlin Nanas“ von 1973. Das Multiple (Exemplar 498/500) ist bei einer Taxe von 18.000 bis 25.000 Euro sicher auch außerhalb Deutschlands gefragt. Nur leicht darunter liegt mit 20.000 bis 22.000 Euro die Schätzung für Jörg Immendorffs 1991 entstandenes „Café de Flore“, in Anlehnung an das rund zehn Jahre zuvor entstandene „Café Deutschland“, jedoch, wie der Katalog betont, kein Pendant dazu. Die Arbeit dürfte wohl eher als eine kleine Hommage an Frankreich gelten, an das „politisch wie poetisch vitale Paris, das lange für Künstler eine Art Pilgerstätte und Brutstätte neuer Ideen war“.

          Abgerundet wird der Bereich der Zeitgenössischen Kunst durch Werke von Jean Michel Basquiat: „Untitled (Rinso)“ (9000/11.000), eine schwarzgrundige Farbserigraphie von 1982, Karl Fred Dahmens „Große Telelandschaft“ (15.000/20.000) und Mauritz Cornelius Eschers „Andere Welt“ (14.000/ 19.000). An der Spitze der Klassischen Moderne, die in einem eigenen Katalog mit dem Titel Modern Art geführt wird, steht das 1947 entstandene Materialbild „St. Peter“ von Rolf Nesch (24.000/ 32.000). Die Metallobjekte und -platten, teils farbig gefasst, wurde im Auftrag für die norwegische Firma „Grorud Jernvarefabrikk AS“ in Oslo geschaffen, einer Fabrik für Haushaltswaren aus Metall. Christian Rohlfs' Temperabild „Alter Mann und junges Mädchen“, um 1917 (25.000/ 30.000), kann als eines seiner ersten expressionistischen Bilder gelten. Beckmann ist mit einem kleinen grünblauen Gemälde „Kaninchendiebe im Hermsdorfer Wald (Hühnerdiebe)“ von 1912 vertreten (20.000/30.000). Feiningers freundliche „Christmas Ghosties“ (18.000/ 23.000) lassen noch den Winter nachklingen, „Die weißen Blumen“ (18.000/ 22.000) von Karl Schmidt-Rottluff weisen schon auf den Frühling hin.

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