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Kunstauktion in Ahrenshoop : Wogendes Korn im Fischland

Wer im Sommer in Strandnähe auf Kunst nicht verzichten will, besucht die schon traditionelle Auktion im Ostseebad Ahrenshoop: ein kleiner Vorgeschmack.

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          Einen Standort hinter den Dünen auf der Insel Usedom, die Lyonel Feiningers bevorzugten Blick auf das maritime Sujet verdecken, wählte der in Deutschland ansässig gewordene Amerikaner 1910 für den Blick auf eine von kahlen Bäumen gerahmte Fachwerkscheune. Die ungewöhnlich spröde Zeichnung aus dem vormaligen Besitz des Hallenser Museumsdirektors Alois Schardt soll im Rahmen der 37. Ahrenshooper Kunstauktion am 8. August 12 000 bis 14 000 Euro erzielen.

          Camilla Blechen
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Den Liebhabern von Werken der 1892 in Ahrenshoop gegründeten Malerkolonie werden zu moderaten Preisen vier dort vorgefundene Motive der während ihres Studiums in Paris nachhaltig von den französischen Impressionisten beeindruckten Elisabeth von Eicken geboten. Paul Müller-Kaempfs „Katen am Boddenweg“ sind mit 3800 bis 4600 Euro beziffert. Heinrich Schlotermanns „Wogendes Korn“ auf einem Feld des „Fischlands“ soll 7500 bis 8500 Euro kosten.

          Neben den um 1900 in Ahrenshoop tätigen Pionieren fällt die starke Präsenz von Mitgliedern einer weit jüngeren sächsischen Malerschule auf: Für geschätzt 15 000 bis 18 000 Euro zu erwerben ist Hans Jüchsers versonnen „Nähende im Balkonzimmer“. Edmund Kesting, der mit suggestiven Porträts Fotogeschichte schrieb, ließ sich 1966 während eines Aufenthalts in seinem Sommerhaus an der Ostsee zu einer „Darß“ betitelten abstrakten Komposition von hohem Farbreiz inspirieren (Taxe 5400/ 6500 Euro).

          In Max Uhligs „Mecklenburger Augusttag“ (7000/8500) verbergen sich die landschaftlichen Gegebenheiten unter schwarzen Strichlagen. Durch widrige Lebensumstände von Ferienfreuden am Meer ausgeschlossen, legte Albert Wigand vor rund siebzig Jahren leuchtend rote Früchte in eine blaue Glasschale: Das koloristisch bezaubernde Stillleben aus Dresdner Privatbesitz soll für 5500 bis 7500 Euro einen neuen Bewunderer finden.

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