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Kunstauktion in Ahrenshoop : Im Licht des vollen Monds

In Ahrenshoop ziehen die Preise an. Mit einer Reihe von Zuschlägen jenseits der Schätzungen geht die Kunstauktion im Ostseebad zu Ende. Die Lithographie „Querschnitt“ von George Grosz war dort besonders begehrt.

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          Vermehrte Nachfrage und steigende Preise erzielten die Mitglieder der ehemaligen Künstlerkolonie Ahrenshoop, deren nachgelassene Werke auf der 36. Ahrenshooper Kunstauktion zum Ausruf kamen. Allen voran reüssierte der aus Schwerin stammende Friedrich Wachenhusen, dessen um 1895 entstandener „Mond über winterlicher Landschaft“ seine Schätzung von 7200 bis 8500 Euro auf 12.000 Euro verbessern konnte. Eine „Stralsunder Stadtansicht“ von Elisabeth Büchsel stieg auf 8000 Euro. Für ebenfalls 8000 Euro wurde die vom Vollmond erhellte „Fischerhütte am Bodden“ des Spätromantikers Louis Douzette von einem Greifswalder Sammler übernommen.

          Camilla Blechen
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Zwei charakteristische Motive von Paul Müller-Kaempff, dem Gründer der Malerkolonie, fanden für 4400 und 7000 Euro einen neuen Liebhaber. Eine „Mecklenburger Landschaft“ mit Korngarben unter bewölktem Sommerhimmel, die der Dresdner Maler Wilhelm Rudolph in den dreißiger Jahren festhielt, kam auf 7000 Euro. Einen unerwarteten Erfolg feierte ein Zuschlag bei 4800 Euro für George Grosz' Lithographie „Querschnitt“ aus der 1923 im Malik-Verlag erschienenen Mappe „Ecce Homo“. Schmidt-Rottluffs Steindruck „Boote“ verbesserte sich von geschätzten 3800 bis 4600 Euro auf 7000 Euro. Max Pechsteins weibliche Akte „Nach dem Bad“ stiegen auf 4000 Euro (Taxe 2200/2800 Euro).

          Eine Fülle von Geboten konzentrierte sich auf die „Ziehenden Schwäne“ von Gerhard Marcks, einen Holzschnitt, der 4400 Euro einspielte. Eine Bleistiftzeichnung von Lyonel Feininger, kompositorisch orientiert an Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“, kam auf 6500 Euro. Edmund Kestings fröhliche „Flaggenparade“ erhöhte ihre Schätzung von 4200 bis 5200 auf 11.000 Euro. Hermann Bachmanns phantasmagorische „Fliegeengel II“ wanderten für 6800 Euro privat nach Halle an der Saale. Die wirkungsvoll in ein kubistisches Korsett gezwängten „Pfingstrosen“ von Hans Brass, der zeitweilig Bürgermeister des beliebten Ostseebads war, bewogen einen Sammler im thüringischen Jena zur Ausgabe von 8000 Euro.

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