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Kunstauktion in Ahrenshoop : Fischerfrauen

Ernst Wilhelm Nays Federzeichnung von Fischern bei der Arbeit überzeugte erwartungsgemäß in Ahrenshoop. Spitzenlos wurde jedoch bei der hochsommerlichen Auktion im Ostseebad eine Winterlandschaft von Paul Müller Kaempff.

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          Die Apotheose der Ostseefischerei, 1936 von Ernst Wilhelm Nay mit Verve mit der Rohrfeder zu Papier gebracht, erzielte auf der 34. Ahrenshooper Kunstauktion am 2. August mit 8700 Euro mehr als das Doppelte der Schätzung (Taxe 2800/3600 Euro). Noch höher bewertet wurde ein aquarelliertes Selbstporträt von Max Pechstein von 1951, das gegen neun Vorgebote und sieben Telefone im Saal auf 9500 Euro (800/1100) kletterte. Begehrt war auch eine auf das Jahr 1917 datierte Lithographie des zeitweiligen "Brücke"-Mitglieds Pechstein mit dem Titel "Das Netz", die bei 4000 Euro (1200/1500) einen Käufer fand. Für 8500 Euro (5500/7500) abgesetzt wurde ein 1912 eher konventionell gezeichnetes "Segelboot" von Lyonel Feininger. Während zwei sozialkritische Blätter von George Grosz zurückgenommen werden mussten, erwärmte sich ein Berliner Sammler bei 2000 Euro (1200/1400) für eine geistreich formulierte "Kanalbrücke" desselben Künstlers.

          Camilla Blechen
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Mit 12 000 Euro (4800/5800) nach Thüringen verkauft wurde eine "Abendstimmung im Winter" vom Gründer der Ahrenshooper Malerkolonie, Paul Müller Kaempff - das teuerste Los der Ahrenshooper Auktion. Ein Hamburger Sammler erwarb für 9000 Euro (6500/ 8500) Friedrich Wachenhusens um 1912 entstandene Vedute des "Alten Gartens" im Zentrum von Schwerin. Ein Sammler mit Sommersitz im Fischland ersteigerte für 6500 Euro (4200/ 5200) die halbabstrakte "Stille Glut" von Ulrich Knispel, den sein Schritt vom Wege des Sozialistischen Realismus 1951 die Professur an der Hallenser Kunsthochschule kostete. Dem litauischen Museum in Klaipeda (Memel) fielen Alfred Partikels "Dorfstraße im Winter", Hans Laskowskis "Fischerfrauen auf der Kurischen Nehrung" und das um 1904 beim Kirchgang in Nidden erspähte "Junge Paar" von Ernst Bischoff-Culm zu. Während Rudolf Bartels' Gemälde "Laternenzug" als ungenügend gesichert zurückgezogen werden musste, erzielte sein "Stillleben mit drei Cinerarien und Apfel" solide 8500 Euro (7500/9000). Für 5800 Euro verkauft wurden Hans Kinders "Badende" und für 3300 Euro Edmund Kestings "Fische".

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