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Kunst und Antiquitäten : Rotes Haarband

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Die Auswahl ist groß aber die Taxen niedrig: Bei Im Kinsky in Wien kommen Kunst und Antiquitäten zu Aufruf. Einen Großteil der Lose bekam das Auktionshaus aus dem Nachlass eines Wiener Händlers.

          Mit niedrigen Taxen lockt Im Kinsky nach Wien. Schon bei vergangenen Auktionen sorgten moderate Ausrufpreise für einen hohen Abgang. Das enorme Volumen von 1200 Losen, das am 13. und 14. Oktober unter den Hammer kommt, stammt zu großen Teilen aus dem Nachlass eines Wiener Antiquitätenhändlers. Ein Schwerpunkt der Alten Meister lautet: „Porträts aus Adelsbesitz“. Preislich führt diese Galerie Gerard Du Chateaus Bildnis des jungen Kaisers Josef I. mit dem Goldenen Vlies auf der Brust an, das schon im königlichen Hannoverischen Haus hing (Taxe 20.000/30.000 Euro).

          Das Toplos der Sparte ist ein Familienbildnis, in dem sich Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt, an der Staffelei inmitten der Seinen porträtiert hat. Das Werk wurde 1939 vom Sammler Oskar Bondy enteignet, später restituiert und an eine österreichische Adelsfamilie verkauft, in deren Besitz es sich seither befand (150.000/250.000). Bereits im Frühjahr angebotene Gemälde von Van Dyck, Brueghel d. J. und Savery kehren jetzt mit gemäßigteren Taxen wieder.

          Ein Hauptlos von Waldmüller

          Wie auch beim Konkurrenten Dorotheum liegt im 19. Jahrhundert ein Waldmüller vorn: „Auf der Türschwelle betendes Mädchen mit Madonnenbild“ für 100.000 bis 200.000 Euro. Zu den Frauenporträts zählen eine kontrastreiche „Agrippina“ von Hans Makart (35.000/70.000) und ein „Mädchen mit rotem Haarband und Perlenkette“ von Friedrich Amerling. Dekorativ ist auch ein in Brauntönen gehaltenes „Blumenfenster“ von Olga Wisinger-Florian (35.000/ 70.000). Für sein Porträt von Friederike Maria Beer fertigte Schiele eine Skizze auf weißem Papier an (60.000/100.000). Unter den Zeitgenossen findet sich Arnulf Rainers frühes Gemälde „Vollmond“ von 1953/54 (80.000/150.000). Charakteristischer ist jedoch die Kreuzübermalung von 1987 für 70.000 bis 100.000 Euro.

          Der dicke Antiquitätenkatalog umfasst die obenerwähnte Privatsammlung mit 650 Losen. Die breite Palette führt hier von Barockmöbeln über Orientteppiche zu Gläsern, Silber und Meissener Porzellan. Zu den Raritäten unter den Skulpturen zählt eine Nürnberger Altargruppe um 1520 mit Christus, Maria und Johannes aus versilberter und vergoldeter Bronze (20.000/ 30.000). Auch die russischen Briefbeschwerer aus dem 19. Jahrhundert werden wohl Anklang finden.

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