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Kunst und Antiquitäten : Kaviar auf Opalglas

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Bei Im Kinsky im Wien kommen Kunst und Antiquitäten zum Aufruf. Erlesene Objekte aus der Wiener Werkstätte führen das Angebot an. Die Vorschau.

          Auf die Sparte Jugendstil bei den Herbstauktionen im Auktionshaus Im Kinsky am 1. und 2. Dezember ist Verlass. Dort wird fündig, wer Herausragendes von der Wiener Werkstätte und Josef Hoffmann, Kolo Moser oder Dagobert Peche sucht. Eine Auswahl kommt zum Aufruf, die schon zur Zeit ihrer Entstehung Luxusprodukte waren. Denn wie sonst sollte man einen vergoldeten Kaviarbehälter von Hoffmann bezeichnen, der die Delikatesse in einem Halbrund aus Opalglas darbietet.

          Für den sieben Zentimeter hohen Aufsatz mit gebuckeltem Efeu-Dekor, der 1910 nur zwei Mal gefertigt worden ist, werden 20.000 bis 40.000 Euro erwartet. Ein Unikat ist die silberne Essig-Öl-Karaffe mit Verzierungen aus Malachit, die 1909 nach Hoffmanns Entwurf ausgeführt wurde (Taxe 70000/ 120000 Euro). Onyx, Lapislazuli und Koralle schmücken einen reduzierten Tafelaufsatz aus der Wiener Werkstätte von 1904/05 (90.000/150.000). Vereinfachung verfolgte Hoffmann auch bei der Alpaka-Rauchdose von 1903 (65.000/ 100.000), zu der auch die passende Aschenschale eingeliefert wurde (25.000/35.000).

          Ringende von Anton Kolig

          Palmblätter dienten Dagobert Peche als Vorbild für seinen vergoldeten Spiegelrahmen von 1922 (35.000/50.000). Florales Dekor mit Citrinen schmückt das goldene Armband von Carl Otto Czeschka (17.000/25.000). Von dem Hoffmann-Schüler Adolf Otto Holub liegt ein mit Blätterranken und Halbedelsteinen geschmückter Tafelaufsatz vor (20.000/40.000). Pünktlich vor Weihnachten kommt ein „Putto mit Kranz (Winter)“ von Michael Powolny auf den Markt (40.000/80.000). Im weiteren Angebot sind farbige Gläser von Otto Prutscher, Vasen von Gallé und Lötz sowie Tiffany-Leuchten zu finden, darunter eine zwölfflammige „Lily“-Lampe (20.000/40.000).

          Den Katalog zur Klassischen Moderne schmückt ein Gemälde von Herbert Boeckl, dem das Wiener Belvedere gerade eine große Ausstellung widmet. Das Bild „Dominikaner“ von 1948 verbindet spätkubistische und expressionistische Stilelemente (150.000/250.000). Als „entartet“ galt den Nationalsozialisten die Kunst von Anton Kolig; seine „Ringenden“ von 1933 liegen in dieser Auktion vor (150..000/250.000). Albert von Keller fesselte 1891 in „Hexenverbrennung“ einen üppigen Frauenakt ans Kreuz (22.000/35.000).

          Bei der Gegenwartskunst bieten Bronzen einen Vergleich zwischen Lehrer und Schüler: Fritz Wotrubas „Matzleinsdorfer Relief I“ entstand 1955 als Kunst am Bau (60.000/90.000), Joannis Avramidis schuf seine Skulptur „Mittlere Dreifigurengruppe“ im Jahr 1980 (80000/100000). Von Maria Lassnig stammt das Großformat „Spiegelbilder“ aus dem Jahr 1987 (150.000/250.000).

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