https://www.faz.net/-gyz-15bvj

Kunst und Antiquitäten : Heile Welt

  • -Aktualisiert am

Ausgeprägtes Interesse an der Natur zeigt der junge Max Beckmann in München. Bei der Auktion mit Kunst und Antiquitäten bei Ruef kommen zwei Frühwerke des Malers zum Aufruf - die Vorschau.

          1 Min.

          Es ist die entgegengesetzte Blickrichtung der Augen, die Karel Appels „Gesicht“ endgültig dieses „verrückte“ Aussehen gibt. Verstärkt wird der Eindruck durch seine wilde Behandlung durch Wachsstifte in diversen Kraftfarben. Die temperamentvolle, 1950 signierte Zeichnung liegt bei Ruef in München am 18. März mit einem Limit von 25.000 Euro bei der Modernen Kunst noch vor zwei Bildern, die der achtzehnjährige Max Beckmann 1902 am Meer malte.

          Der mehrfach ausgestellte „Sonnenuntergang, violett und gelb“ und „Strand mit grauem Kahn und grauem Meer“ stammen aus der Sammlung des Anwalts Rudolf Meuschel, und beide stehen im Göpelschen Werkverzeichnis. Die Limite liegen bei 22.000 und 18.000 Euro. Otto Muellers Lithographie „Waldlandschaft mit kleinen Figuren II“ setzt bei 4500 Euro an.

          Streitigkeiten unter Bullen

          Die Tuschzeichnung „Kämpfende Bisonbullen“ von Alfred Kubin aus dem Jahr 1945 liegt bei 7500 Euro. Malerei des 19. Jahrhunderts vertreten ein Heile-Welt-Bild des Münchner Künstlers Josef Zink, der Kinder mit kleinen Tieren in einer Frühlingslandschaft spielen lässt (3200) oder auch Ludwig Sckells „Am Chiemsee“ genossener Blick über die Fraueninsel zum Bergpanorama (13 500).

          Sollten Kenner der Khmer-Kunst den steinernen Torso einer männlichen Gottheit im Baphuon-Stil für begehrenswert halten, kann man sich auf eine Bieterschlacht gefasst machen, die das Limit von 5800 Euro schnell überflügeln dürfte.

          Ein Hummer auf der Schnittfläche

          Mehrere Tsuba, das sind Stichblätter japanischer Schwerter, gehörten nach Auskunft des Einlieferers einst dem Genremaler Eduard von Grützner. Ein elegantes, der späten Edo-Periode entstammendes Bronzeexemplar, auf dem sich ein Hummer auf Fischrogengrund biegt, tritt bei 550 Euro an. Die wie immer bei Ruef vielfältig gefüllten Abteilungen Angewandter Kunst enthalten diesmal als besonderen Höhepunkt eine Sammlung alter Gläser.

          Ein schlicht-schönes Goldrubinglas - hergestellt wohl Ende des 17. Jahrhunderts in Potsdam und wenig später mit schmalen Augsburger Silbermontierungen dekoriert - ist ein Glanzstück (3500), wie auch der Ranftbecher von Anton Kothgasser mit Ansicht vom Wiener Stephansdom (4500).

          Weitere Themen

          Helden in Jogginghosen

          „Don Quijote“ in Berlin : Helden in Jogginghosen

          Zen Quijote von der Mancha: Ulrich Matthes und Wolfram Koch sind Don Quijote und Sancho Panza in Jan Bosses Adaption des Klassikers von Cervantes’ am Deutschen Theater in Berlin.

          Der Geruch von toter Großmutter Video-Seite öffnen

          Buchmessen-Gastland Norwegen : Der Geruch von toter Großmutter

          Norwegen ist das Gastland der Buchmesse 2019. Feuilleton-Redakteurin Elena Witzeck hat sich im Pavillon umgesehen und ein Land kennengelernt, das stolz auf seine Lesekultur ist. Nur auf Schweden sollte man die Norweger nicht ansprechen.

          Topmeldungen

          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.
          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.