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Kunst aus Tankermilliarden : Embiricos’ Erbe

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Zu George Embiricos’ Sammlung gehörten Cézannes „Kartenspieler“ und eines der Sonnenblumenbilder Van Goghs. Sotheby’s versteigert nun weitere teure Werke aus der Kollektion.

          Die bekanntesten Bilder hängen schon seit einiger Zeit an anderen Wänden: Van Goghs „Sonnenblumen in einer Vase“, die letzte Fassung in Privatbesitz, wurde schon vor Jahren diskret verkauft - angeblich auf die Arabische Halbinsel. Cézannes „Kartenspieler“ wechselten im Frühjahr 2011 für bislang nicht dementierte 250 Millionen Dollar den Besitzer. Als Käuferin wurde die Herrscherfamilie von Qatar genannt, die das Querformat zum Weltrekordpreis für ihr geplantes Museum für Moderne Kunst erworben haben soll. Offizielle Bestätigungen darf in solchen Preishöhen niemand erwarten. Und Seurats „Les Poseuses“ gehört inzwischen dem Microsoft-Mitbegründer Paul Allen. Dass die Sammlung des 2011 verstorbenen griechischen Tankerkönigs George Embiricos - aus der die genannten Meisterwerke stammen - trotzdem noch Schätze birgt, hat nun das Auktionshaus Sotheby’s enthüllt.

          Verteilt auf mehrere Auktionen in New York und London, werden elf Altmeister- und Moderne-Gemälde angeboten werden: darunter Picassos 1932 entstandenes Marie-Thérèse-Walter-Bildnis mit Tulpen, für das allein 35 bis fünfzig Millionen Dollar erwartet werden. Embiricos trug seine Sammlung seit den fünfziger Jahren zusammen - in Konkurrenz zu Aristoteles Onassis, Stavros Niarchos und Basil Goulandris. Sie alle hatten mit ihren Tankern Milliarden verdient, als durch die Suezkrise russisches Öl ums Horn von Afrika in den Westen gebracht werden musste. Teile davon investierten die vier großen Griechen in enorme Kunstsammlungen, die sie in der Schweiz aufbewahrten.

          Der lange zerstrittene Niarchos-Clan gab seine Kollektion nach dem Tod des Patriarchen als anonyme Leihgabe ans Kunsthaus Zürich. Andere Sammlungen sind seit längerem in Auflösung begriffen: Die Goulandris-Familie hat, ebenso wie jetzt Embiricos’ Erben, bereits wichtige Werke verkauft. Die Vermittlerrolle übernahm dabei in der Vergangenheit die Genfer Filiale der Larry Gagosian Gallery. Dass nun Sotheby’s wichtige Werke bekam, ist also durchaus ein Scoop. Ob weitere aus derselben Quelle folgen, verrät das Auktionshaus nicht.

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