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Auktionen in Österreich : Alfons Walde allenthalben

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Wiener Vorschau: Das Kinsky und Ressler Kunst Auktionen eröffnen die Saison mit Kunst der Nachkriegszeit, Klassischen Moderne, Alten Meistern und Antiquitäten

          Lange Jahre waren sie Geschäftspartner, jetzt fischen sie als Konkurrenten in demselben Teich. Nach seiner Pensionierung als teilhabender Auktionator des Wiener Auktionshauses Im Kinsky hat Hans Otto Ressler 2014 ein eigenes Unternehmen „Ressler Kunst Auktionen“ gegründet, das jährlich zwei Versteigerungen abhält und stark auf das Internet setzt; am 29.Februar steht die dritte der auf Kunst nach 1945 konzentrierten Veranstaltungen an. Das Kinsky nennt seine 110.Auktion „Kostbarkeiten“, bei der am 23. und am 24.Februar Alte Meister, 19.Jahrhundert, Klassische Moderne, Zeitgenossen und Antiquitäten aus dem mittleren und unteren Preissegment angeboten werden.

          Als Toplos der Ressler Kunst Auktionen geht Gerhard Richters „Abstraktes Bild (432/8)“ von 1978 ins Rennen. Das in strahlenden Farbenschichten komponierte Quadrat befand sich seit den frühen achtziger Jahren in Wiener Privatbesitz und wird nun für 180000 Euro ausgerufen. Zu den wenigen internationalen Werken im Angebot zählt auch Pierre Alechinskys Gemälde „D’un coup d’Aile“ (Plötzlich Flügel), für das der Cobra-Künstler 1998 auch einen bordürenhaften Rahmen entworfen hat. Der Mindestpreis für die semi-figurative Flugphantasie beträgt 90000 Euro. Von Hans Hartung gelangt die Abstraktion „P-1973-44“ bei 12000 Euro unter den Hammer. Eine „Komposition aus Naturstücken“ nannte der Tiroler Maler Max Weiler sein Eitempera-Bild von 1962, das jetzt für 60000 Euro an den Start geht. Von Arnulf Rainer liegt eine beinahe ganz schwarze Übermalung von 1959 vor (Taxe 50000 Euro).

          Ein früher Hermann Nitsch trägt die paradoxe Inschrift „Die Sinnlichkeit ist die Offenbarung des Geistes“; 1974 mit Blut und Wachs auf Jute geschaffen, soll die archaische Arbeit mindestens 40000 Euro bringen. Von Franz West ist eine frühe und humorvolle Mischtechnik auf Papier vertreten (8000), und aus spanischem Privatbesitz reist Erwin Wurms rote säulenartige Jeans-Skulptur an (12000). Auch zwei Werke der Klassischen Moderne sind ins Angebot gerutscht: Herbert Boeckls farbenfrohes Nachwuchs-Porträt seiner vier Töchter ist nicht unter 150000 Euro zu haben, und Alfons Waldes Bauernbild „Nach der Vesper“ wird mit 40000 Euro angekündigt.

          „Die Götter sind dumm und böse“

          Das verschneite Tirol winkt auch vom Katalog des Kinsky: Eine kleinere Version von Waldes beliebtem Sujet „Einsamer Berghof“ soll dort 70000 bis 140000 Euro einspielen. Ein freier gemalter Bauernhof, fast naiv, von Walde liegt als kleine Gouache vor (15000/ 30000). Aus dem Nachlass von Greta Freist (1904 bis 1993) sind fünf Gemälde vertreten, unter denen ihr Götzenbild „Die Götter sind dumm und böse“ hervorsticht (3500/ 7000). Wenig bekannt ist auch Max Snischek, dessen Mischtechnik um 1925 aparte Tänzerinnen zeigt (9000/ 15000).

          Während aus den Alten Meistern kaum etwas herausragt, locken im 19.Jahrhundert fünf idyllische Kärntner Seen- und Berglandschaften von Markus Pernhart (5000/ 15000), die – neben vielen anderen Gemälden, Möbeln, Uhren und Porzellan – aus der Geschäftsauflösung des Klagenfurter Kunsthändlers Fritz Prause stammen. Unter den Aquarellen finden sich eine verschneite Ansicht „Maria am Gestade in der Christnacht“ von Rudolf von Alt (7000) oder Giovanni Migliaras Blick auf den belebten Markusplatz (4500). Geschickt komponiert hat Hugo Darnaut seine „Herbstlandschaft mit Ruine“, deren Perspektive von einer Wehrmauer gen Turm geht (7000/ 14000).

          Die Zeitgenossen-Offerte hält neun Arbeiten des gerade im Wiener Belvedere gewürdigten Hans Bischoffshausen bereit, die das weiße glänzende Kreuzobjekt „Der Prophet spricht“ (12000/ 24000) anführt. Von Dieter Roth stammt die witzige Mischtechnik „Schreibmattenbewohner“ (10000/ 20000), und Franz West lässt in der Gouache „Sous d’un parasol“ von 1981 nackte Tatsachen sprechen (25000/ 50000).

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