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Impressionismus und Moderne : Picasso in allen Varianten überall

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Akquise abgeschlossen, jetzt wird versteigert: Die New Yorker Auktionen mit Impressionismus und Moderne vermitteln den Eindruck eines ungebrochen florierenden Markts. Mehr als 200 Millionen Dollar Gesamtumsatz werden allein an zwei Abenden erwartet.

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          Picassos Stern leuchtet in der ersten Maiwoche wieder hell über New York, wenn die traditionellen Frühjahrsauktionen mit Impressionismus und Moderne die Händler und Sammler aus aller Welt anlocken. Werke aus sieben Jahrzehnten seines Schaffens kommen zum Aufruf – und die Spitzenlose bei Sotheby’s wie bei Christie’s stammen von ihm. Am 3. Mai ist das mit höchster Spannung erwartete Los bei Sotheby’s Picassos Gemälde „Femmes lisant (deux personnages)“, das er am 27. März 1934 im Chateau de Boisgeloup außerhalb von Paris schuf.

          Damit fällt das 92 mal 73 Zentimeter große Werk in die Periode, die stark von seiner jungen Geliebten Marie-Thérèse Walter beeinflusst ist. Ihre prallen, in sich geschlossenen Formen sind auf einigen der teuersten Bildern der Kunstgeschichte zu finden, etwa auf dem 106-Millionen-Dollar-Akt „Nu au plateau de sculpteur“ und auf „Le rve“, das der Casino-Mogul Steve Wynn vor einigen Jahren für 139 Millionen Dollar verkaufen wollte, ehe er die Leinwand versehentlich mit seinem Ellenbogen perforierte. Dem Thema Picasso und Marie-Thérèse widmet auch die Gagosian Gallery in New York derzeit eine museumsreife Ausstellung mit Leihgaben aus dem Museum of Modern Art, der Tate Gallery, dem Metropolitan Museum und der Sammlung Pietzsch.

          Bei Sotheby’s sind die zwei Lesenden, Marie-Thérèse und eine ihrer Schwestern, züchtig gekleidet – und wohl deshalb liegt die Taxe bei „nur“ 25 bis 35 Millionen Dollar. Das blaue und das grüne Mädchen schmiegen sich mit gesenkten Augen Wange an Wange, aber Picasso verbiegt ihre Körper und Physiognomien lustvoll und verleiht ihnen so ein phantastisches Eigenleben.

          Von den 59 Losen der Abendauktion bei Sotheby’s, die insgesamt mehr als 150 Millionen Dollar einspielen sollen, stammen allein zehn von Picasso: Kaum zwanzig Jahre alt war der Künstler, als er 1901 die impressionistische Darstellung einer Mutter mit Kind und Blumen schuf, die aus einer Sammlung von der amerikanischen Ostküste eingeliefert wurde (Taxe 6/8 Millionen Dollar). 1929 malte er seinen Blick aus dem Fenster als Grisaille mit zartem Frühlingsgrün, die aus einer europäischen Privatsammlung kommt (5/7 Millionen).

          Eine surrealistische „Femme“ von 1930, die in eine Serie mit von Knochen inspirierten Physiognomien gehört (3/5 Millionen), ein Bildnis der siebenjährigen Tochter Paloma mit Zöpfen und grünem Hut von 1956 (3,5/5 Millionen) und das monumentale, unverhohlen fleischliche Gemälde „Couple a la guitare“ von 1970 (Taxe 10/15 Millionen) stammen sämtlich aus dem Nachlass von Dodie Rosekrans, die jahrelang als Repräsentantin für Sotheby’s arbeitete und im vergangenen November im Alter von 91 Jahren starb. Aus ihrer Sammlung stammen auch ein sitzender männlicher Akt Schieles (700.000/900.000) und, eine Woche später bei der Gegenwartskunst, unter anderen Werke von Warhol; insgesamt soll die Rosekrans-Collection rund dreißig Millionen Dollar einbringen.

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