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Impressionismus und Moderne : Der Surrealismus zeigt seine Stärke

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Es lief bei Christie’s nicht ganz wie gewünscht, Sotheby’s hatte mehr Fortune: Ergebnisse der Auktionen mit moderner Kunst in New York.

          Der Auftakt für die New Yorker Auktionen mit Impressionismus und Moderne bei Christie’s war eine enttäuschende Angelegenheit; 31 (von 83) Lose fanden keine Käufer, die Verkaufsrate betrug nach Losen 62 Prozent, nach Wert sogar nur 55 Prozent: Der Umsatz dieser Abendauktion beläuft sich auf 140 Millionen, weit weniger als die untere Taxe von 215 Millionen Dollar. Doch gleich am folgenden Abend zerstreute Sotheby’s aufkommende Zweifel an der Stabilität des Kunstmarkts mit glänzenden Ergebnissen: In den Tagen vor der Auktion hatte Sotheby’s doch noch einen privaten Käufer gefunden, der Matisses Bronze „Nu de dos (1er état)“ zusammen mit den drei späteren Reliefs der monumentalen Serie erwarb, wohl für eine Summe von rund 120 Millionen Dollar.

          Die verbleibenden siebzig Lose der Abendauktion verkauften sich zu 87,4 Prozent nach Wert und generierten damit einen Umsatz von rund 200 Millionen Dollar, innerhalb der Gesamtschätzung. Simon Shaw, der Direktor der New Yorker Abteilung Impressionismus und Moderne, gab nach der Auktion das Erfolgsgeheimnis preis: „Wir haben uns in einigen Fällen von Einlieferungen mit aggressiven Schätzungen ferngehalten.“

          Auktionsrekord für ein Werk der Druckgraphik

          Tatsächlich fanden bei Christie’s gerade die Lose mit besonders hohen Schätzungen keine Käufer. Picasso, Matisse und Giacometti waren betroffen - und auch für das Spitzenlos, die kleine Tänzerin von Degas, regte sich kein Interesse in der Nähe der steilen Taxe von 25 bis 35 Millionen Dollar. Picassos blaugrüne „Femme endormie“ von 1937 und seine „Tête de femme au chapeau mauve“ von 1939 (Taxe je 12/18 Millionen) wurden ebenso zu Rückgängen wie Giacomettis bronzene „Femme de Venise VII“ von 1956 (10/15 Millionen). Letzteres ist besonders schmerzhaft für das Haus, weil sie mit einer Garantie versehen war.

          Es gab aber auch Lichtblicke bei Christie’s: Picassos große berückende Radierung „La femme qui pleure I“, 1937 in einer Auflage von fünfzehn gedruckt, schoss weit über die obere Taxe von 2,5 Millionen hinaus und wurde bei 4,5 Millionen Dollar zugeschlagen, ein Auktionsrekord für ein Werk der Druckgraphik. Das Blatt kam aus einer mexikanischen Sammlung und ging in den amerikanischen Handel. Zu den erfolgreichsten Losen zählte Brancusis auf Hochglanz polierte Bronze „Le premier cri“ von 1917. Der Künstler hatte zunächst die afrikanisch anmutende Holzskulptur eines stehenden Kleinkinds geschaffen, von ihr schließlich aber nur den Kopf aufgehoben. Der vorliegende Guss, ein fast märchenhaft anmutendes goldenes Ei, befand sich jahrzehntelang in der New Yorker Sammlung von Brancusis Freund Henri-Pierre Roché, dem Autor von „Jules et Jim“. Eine europäische, vielleicht eine russische Privatsammlung erhielt bei 13,2 Millionen Dollar (8/10 Millionen) den Zuschlag.

          „Les vacances de Hegel“ von Magritte

          Hohe Summen wurden für Surrealismus bewilligt, allen voran für Max Ernst: Sein Gemälde „The Stolen Mirror“ von 1941 ist eine detailreiche paysage animé. Aus dem Nachlass seiner Schwiegertochter Edith Dallas Ernst avancierte das Bild beim Zuschlag von 14,5 Millionen Dollar (4/6 Millionen) an eine europäische Privatperson zum Spitzenlos des Abends; damit ist der Max-Ernst-Rekord vom Juni dieses Jahrs verdreifacht. Paul Delvaux’ kühle erotische Phantasie „Les Mains“ von 1941 hatte das Museum of Modern Art eingeliefert, versehen mit einer Garantie. Den Zuschlag erhielt ein amerikanischer Sammler für 5,8 Millionen Dollar (6/9 Millionen).

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