https://www.faz.net/-gyz-6uv3p

Impressionismus und Moderne : Der Surrealismus zeigt seine Stärke

  • -Aktualisiert am

Außerdem befinden sich zwei Werke von Magritte unter den Top Five bei Christie’s: Ein amerikanischer Privatsammler sicherte sich „Les vacances de Hegel“ aus dem Jahr 1958, die bilderbuchmäßige Darstellung eines aufgespannten Regenschirms, auf dem ein Glas Wasser balanciert, zur unteren Taxe von neun Millionen Dollar; „La fin du monde“ von 1963, die Silhouette schwarzer Bäume vor einem rauchig braunen Himmel, wandert für 6,2 Millionen (4/6 Millionen) vermutlich in die Sammlung eines Chilenen im Bier- und Bankgeschäft. An dieselbe Adresse geht Modiglianis „La blonde aux boucles d’oreille“ für 7,2 Millionen Dollar (3/4 Millionen.)

Tamara de Lempickas „Le reve“

Wie erwartet kann Sotheby’s sich mit dem Highlight der Woche schmücken: Klimts flimmernde Landschaft „Litzlberg am Attersee“ von 1914, die kürzlich vom Museum der Moderne Salzburg an Georges Jorisch, den in Montreal lebenden Großneffen des einstigen Eigentümers Viktor Zuckerkandl, restituiert wurde, war auf „mehr als 25 Millionen Dollar“ geschätzt. Der Zürcher Kunsthändler David Lachenmann, der im Auftrag eines ungenannten Sammlers bot, erhielt den Zuschlag bei 36 Millionen Dollar. Picassos spätes Meisterwerk „L’Aubade“ von 1967 erzielte mit 20,5 Millionen Dollar (18/25 Millionen) ebenfalls einen stolzen Preis; es war seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr auf dem Markt. Aber auch Lose, die erst kürzlich den Besitzer wechselten, waren erfolgreich: Ein amerikanischer Privatsammler bewilligte den Rekordpreis von sechzehn Millionen Dollar (9/12 Millionen) für Gustave Caillebottes stimmungsvolle Flusslandschaft „Le pont d’Argenteuil et la Seine“ von 1883. Der Einlieferer hat gut daran verdient; erst vor drei Jahren ersteigerte er das Bild für rund 8,5 Millionen Dollar (inklusive Aufgeld) bei Christie’s in New York.

Kandinskys „Weißer Klang“ von 1908 kostete 2007 bei Sotheby’s 5,4 Millionen Dollar (inklusive Aufgeld) und brachte jetzt einen Hammerpreis von 7,9 Millionen (7/10 Millionen). Tamara de Lempicka malte in ihrem Halbakt „Le reve“ 1927 in Paris die „schönste Frau, die ich je gesehen hatte“: Der schwarze Pagenkopf, der große rote Mund und die verträumten Augen bezirzten einen amerikanischen Privatsammler, der 7,5 Millionen Dollar (5/7 Millionen) dafür bot, ein Auktionsrekord für die Künstlerin.

Werke von Max Ernst aus einer schweizer Sammlung

Auch für die Museen, die sich von einer ganzen Reihe von Werken trennten, lohnte sich die Sotheby’s-Auktion. Das Museum of Fine Arts in Boston hatte Monets „Antibes, le fort“ von 1888 eingeliefert. Die Küstenlandschaft erzielte 8,2 Millionen Dollar (5/7 Millionen). Das Israel Museum in Jerusalem ließ neben Werken von Braque, Pissarro und Chagall auch Magrittes „Le droit chemin“ aus dem Jahr 1966 für 3,1 Millionen Dollar (innerhalb der Taxe) versteigern. Die Menil Collection in Houston hatte Max Ernsts 63,5 Zentimeter hohe Bronze „Jeune homme au coeur battant“ eingeliefert; sie verdoppelte mit 1,2 Millionen Dollar ihre obere Taxe.

Max Ernst war in dieser Woche in New York so präsent wie nie: Eine besonders umfangreiche anonyme Einlieferung erhielt Sotheby’s, wohl von einem Genfer Sammler aus dem Filmgeschäft. Sie ist nur mit dem weitgreifenden Titel „Abstraction - Figuration. A Private Collection“ vorgestellt und umfasst acht Werke Max Ernsts. Wieder ein Bild aus dem Jahr 1941 erhielt den höchsten Zuschlag: Drei Millionen Dollar, das Doppelte der unteren Taxe, brachte „Convolvulus! Convolvulus!“, eine von Traumwesen bevölkerte Urwaldlandschaft.

Weitere Themen

„Dark – Staffel 2“ Video-Seite öffnen

Trailer : „Dark – Staffel 2“

Es geht weiter: Die 2. Staffel der „Dark“-Trilogie ist ab 21. Juni auf Netflix verfügbar.

Topmeldungen

Der 22 Jahre alte Ali B. dementiert weiterhin die Vergewaltigung von Susanna F.

Psychiaterin über Ali B. : Egozentrisch, manipulativ, empathielos

Im Prozess um die getötete Schülerin Susanna F. aus Mainz berichtet wenige Wochen vor dem Urteilstermin die psychiatrische Gutachterin. Den angeklagten Ali B. beschreibt sie als faulen und frauenverachtenden Mann, der in seinem Leben immer nur an sich selbst gedacht habe.

Streit mit Frankreich um Weber : AKK gibt nicht nach

Kramp-Karrenbauer bleibt dabei: Weber soll neuer Kommissionspräsident werden. Das macht sie ausgerechnet in Paris deutlich. Zudem verlangt sie von den Grünen in der Außenpolitik einen klareren Kurs.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.