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Impressionismus und Moderne : Das nennt man ambitioniert

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Die Londoner Auktionen mit Impressionismus und Moderne fahren millionenschwere Werke auf. Die Gesamtschätzungen liegen so hoch wie nie.

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          Was in New York im Mai schon so gut ging, soll sich in London Ende Juni wiederholen. Die Auktionshäuser Christie's und Sotheby's profitieren - im Gefolge der rezenten Weltrekordpreise von Giacometti im Februar in London und Picasso im Mai in New York - vom anhaltenden Vertrauen der Einlieferer. Sie bieten reihenweise marktfrische Spitzenwerke mit ambitionierten Taxen, welche die Ergebnisse in neue Höhen treiben sollen. Beide Häuser haben die höchsten jemals bei einer Auktion in London angepeilten Gesamtumsätze für ihre jeweiligen Abendveranstaltungen bekanntgegeben.

          London hat sich in den vergangenen Jahren als ebenso globales Zentrum für Kunstauktionen wie New York etabliert. Die unsichere Situation der europäischen Staatsfinanzen sollte kaum eine Rolle spielen; denn man rechnet mit dem steigenden Sammlerappetit der Milliardäre in vergleichsweise jungen Märkten wie Russland, dem Mittleren Osten und Asien, insbesondere China: In den vergangenen fünf Monaten haben chinesische Käufer vom Festland - nicht nur, wie bisher, aus Hongkong - bei Sotheby's bereits zwölf Prozent mehr ausgegeben als im ganzen Jahr 2009 und fünfzig Prozent mehr als 2008. Russische Sammler haben bei Sotheby's seit Jahresbeginn bereits siebzig Prozent dessen investiert, was sie im ganzen Jahr 2009 ausgaben.

          Am 22. Juni schickt Sotheby's bei der Abendauktion mit Impressionismus und Moderne 51 Lose ins Rennen, die zusammen 101 bis 148 Millionen Pfund einspielen sollen; das entspricht einem Durchschnittspreis von 1,98 bis 2,9 Millionen Pfund. Am folgenden Abend will Christie's mit 63 Losen stolze 163,67 bis 231,18 Millionen Pfund umsetzen - ein noch ambitionierterer Durchschnitt von 2,59 bis 3,66 Millionen pro Los.

          Ein Höhepunkt bei Sotheby's ist Manets eminentes „Selbstporträt mit Palette“ von 1878/79, versehen mit einer Schätzung von zwanzig bis dreißig Millionen Pfund und illustrer Provenienz: Der amerikanische Hedge-Fonds-Milliardär Steven A. Cohen hat es eingeliefert, der es als eines seiner ersten Kunstwerke vor fast zehn Jahren erwarb. Cohen kaufte es damals dem Las-Vegas-Kasinomogul Stephen A. Wynn ab, für angebliche 35 bis vierzig Millionen Dollar. Wynn bezahlte 1997 bei Christie's in New York mit Aufgeld 18,7 Millionen Dollar.

          Zum ersten Mal bei einer Auktion aufgerufen werden Matisse' „Odalisques jouant aux dames“. Gemalt 1928 in Nizza, sind sie nostalgisch inspiriert von Matisse' Aufenthalt in Marokko 1912/13 und erwarten einen Einsatz von zehn bis fünfzehn Millionen Pfund. Ein Meisterwerk des Fauvismus ist André Derains flimmernde Leinwand „Arbres à Collioure“ von 1905 aus der Sammlung des Pariser Kunsthändlers Ambroise Vollard - beziffert mit neun bis vierzehn Millionen.

          Beckmanns „Begegnung in der Nacht“

          Russische und asiatische Sammler werden sich wohl für die weiteren Highlights begeistern lassen, wie den anonymen Hoteldiener „Le valet de chambre“ (Taxe 7/9 Millionen Pfund) von Soutine und eine sommerliche Landschaft „Fleurs à Vétheuil“ von Monet (4/6 Millionen). Zwei elegante „Frauen im Park (mit weißem Schirm)“ von Macke (1,6/2,5 Millionen), gemalt 1913 kurz vor seinem Tod, wurden eingereicht von den Erben des deutschen Kunstsammlers Hermann Lange aus Krefeld, der das Bild vor 1934 kaufte.

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