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Gegenwartskunst : Lockvögel in der Stadt

  • -Aktualisiert am

Christie's und Sotheby's erobern den Pariser Kunstmarkt jetzt mit hochkarätigen Zeitgenossen. Und Louise Bourgeois triumphiert in ihrer Heimat.

          In nur wenigen Jahren haben sich Christie's und Sotheby's in Paris auch auf dem Auktionsmarkt für Gegenwartskunst eine dominante Position erobert. Jetzt haben beide Häuser auf ihren Zeitgenossen-Auktionen für Pariser Verhältnisse stattliche Summen umgesetzt: Sotheby's 23,7 Millionen Euro und Christie's 14,5 Millionen. Dabei nutzen sie ihr weltweites Netz, um Spitzenwerke, wie sie der Pariser Markt nicht aufbringen kann, zu importieren und als Lockvögel einzusetzen.

          Sotheby's führte am ersten Abend 41 Nummern eines von der Qualität her homogenen Ensembles ins Feld, aus dem 35 Lose für insgesamt 17,7 Millionen Euro zugeschlagen wurden. Bacons Gemälde "Untitled (Pope)" aus der Zeit in Tanger 1957 bis 1959 verbuchte wie erwartet den höchsten Zuschlag mit 4,1 Millionen Euro (Taxe 2/3 Millionen Euro); der Käufer am Telefon wurde - wie die meisten Käufer des Abends - als "europäischer Privatsammler" ausgewiesen.

          Großformat von Mathieu

          Joan Mitchell gehört seit dem Zuschlag ihres Gemäldes "Salut Sally" für 2,25 Millionen Euro bei Artcurial im November 2006 zu den sicheren Werten des Pariser Markts; das Ölbild "La ligne de la rupture", um 1970/71, ging telefonisch für 3,4 Millionen Euro (2,2/3,2 Millionen) an einen Mittelsmann. Wie Mitchells Leinwand wurde auch Basquiats unbetitelter Kopf von 1983 in Acryl und Farbkreide auf Leinwand vermutlich aus den Vereinigten Staaten eingeliefert. Ein europäischer Sammler erhielt den Zuschlag für den Basquiat bei 1,75 Millionen Euro (700.000/900.000).

          Nach Amerika wechselten Rauschenbergs Serienwerk "Parliament (Borealis)" von 1991 für 1,6 Millionen Euro (500.000/700.000) und ein Riesenformat von Georges Mathieu, "L'abduction d'Henri IV par l'Archevêque Anno de Cologne" für eine Million Euro, die obere Taxe. Die am nächsten Tag folgende Abendauktion bei Christie's war ähnlich in der Zusammensetzung, aber weniger hochkarätig bestückt. Statt Bacon glänzte hier die derzeit im Centre Pompidou geehrte Louise Bourgeois mit einer emblematischen, ein Meter hohen Spinne. "Spider" von 2003, von zwei Telefonbietern heftig umkämpft, wurde für 2,55 Millionen Euro gemäß der oberen Taxe einem Europäer zugeschlagen.

          Für das lichtvolle Gemälde von Joan Mitchell "Grande Vallée II (Amaryllis)" aus einer Serie von 1983 bewilligte ein amerikanischer Sammler 900.000 Euro. Für Martial Raysse, der sich auf dem "Tableau New Yorkais" von 1965 im Kreise von Warhol, Rauschenberg und Henry Geldzahler porträtierte, verzeichnete Christie's einen Künstlerrekord: Der Hammer schlug bei 800.000 Euro zur unteren Taxe aufs Pult.

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