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Fünfzig Jahre Van Ham : Pionierin mit Hammer

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Mut zum Risiko und ein wertvolle Kundendatei: Kaum mehr brauchte Carola van Ham zum Start ihres Auktionshauses vor fünfzig Jahren. In einem schönen Bildband erzählt das Kölner Unternehmen jetzt seine rheinische Geschichte.

          Das Auktionshaus Van Ham residiert heute im Süden von Köln in einem repräsentativen Gebäude im ruhigen Ambiente eines großzügigen Hinterhofs. Hier, nur wenige Schritte entfernt vom Rhein, hat man viel Platz für Kunst und Kunstgewerbe. Bis vor zehn Jahren fand man Van Ham noch in der Drususgasseinunmittelbarer Nähe zum Dom, gegenüber dem heutigen Museum für Angewandte Kunst; es trug den passenden Namen „Kunsthaus am Museum“.Van Ham hat 2009 sein fünfzigjähriges Jubiläum gefeiert und zu diesem Anlass jetzt einen schönen Bildband herausgegeben, der die Geschichte des Hauses erzählt. Carola van Ham gründete die Firma im Jahr 1959 in der damals gerade wiedererwachenden Kunststadt.

          Sie war damit die erste Auktionatorin Europas: eine rheinische Pionierin, die bei den Kölner Kollegen von Lempertz volontierte und dann 1951 im Auktionshaus von Franz A. Menna in der Drususgasse anheuerte. Acht Jahre später übernahm sie das 600 Quadratmeter große Haus auf drei Etagen mit „den neun großen Schaufenstern“. Ein mehr als mutiger Schritt; denn diese erstklassige Lage verlangte eine „Monatsmiete, die doppelt so hoch war wie das bisherige Jahreseinkommen“.Im Buch sehen wir sie vor ihrer ersten Auktion in einem Berg von mehr oder weniger Kunstgewerblichem stehen; mit sehr ernster Miene hält sie einen Kerzenständer in Richtung Kamera. Ihr Mentor Menna vererbte ihr seine Bibliothek und seine noch viel wertvollere Kundendatei.

          Seit 1999 im Süden Kölns

          Dreißig Bildtafeln umfasste der erste Katalog für die viertägige Auktion am 19. Oktober 1959, das Angebot umfasste 1370 Nummern. Vieles war dabei, mit dem sich die wieder Wohlhabenden den Hausstand auffüllten: „Holländische, rheinische und süddeutsche Möbelkunst aus dem 18. Jahrhundert sowie Bronze und Porzellan aus Europa und Ostasien“ seien beliebt gewesen. Ein lothringischer Rokokoschrank fand für 3400 Mark einen neuen Besitzer, ein Delfter Fayence-Vasensatz aus dem 19. Jahrhundert erzielte 600 Mark und ein Jagdstück des Düsseldorfer Malers Carl Friedrich Deiker 2000 Mark.In den sechziger Jahren dann wurde Köln zum Kunstmarktplatz Nummer eins und das Publikum international.

          Vierzig Jahre lang war Carola van Ham aktiv - 1968 heiratete sie den Kaufmann Hansjörg Eisenbeis -, bevor sie die Leitung ihrem Sohn Markus Eisenbeis anvertraute. Der damals Sechsundzwanzigjährige zog den Stadtrand und wesentlich mehr Platz vor: Seinen Einstand gab er also 1999 im Süden der Stadt und unter dem heute bekannten Namen Van Ham. Allein der Auktionssaal ist dort 360 Quadratmeter groß und hat eine Decke, die mit sechs Metern Höhe fast alle Formate beherbergen kann. Markus Eisenbeis hat vollendet, was seine Mutter begonnen hat: Van Ham zählt heute zu den international bedeutenden Auktionshäusern.“50 Jahre - Brücke zur Kunst“. Die Chronik zum fünfzigjährigen Jubiläum von Van Ham, erschienen im hauseigenen Verlag.

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