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Fotokunst-Auktionen : Was 2012 die Welt des Fotomarkts bewegte

Sotheby’s versteigert in New York einen Großteil der berühmten Sammlung Henry Buhls: Die Rekorderlöse entsprechen den Trends des vergangenen Jahres.

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          Man muss sich natürlich schämen für solch einen Anfang - trotzdem: Henry Buhl hat beim Zusammenstellen seiner Fotografiesammlung ein gutes Händchen bewiesen. Nicht einmal zehn Jahre brauchte der heute zweiundachtzigjährige Finanzmanager, Fotograf und Philanthrop, um mehr als tausend Aufnahmen von Händen zusammenzutragen. Darunter Bilder von den bedeutendsten Fotografen und Hände von prominenten Künstlern und Politikern - aber auch Schnappschüsse, Verfremdungen und wissenschaftliche Aufnahmen aus allen Epochen. So erzählt Buhl mit seiner Kollektion anhand nur eines einzigen Motivs gleichsam die Geschichte der Fotografie nach.

          Freddy Langer
          (F.L./La.), Feuilleton, Reiseblatt

          Vom Guggenheim Museum kuratiert, tourte die Ausstellung „Speaking with Hands“ mit einer Auswahl dieser Bilder durch drei Kontinente - und machte die Sammlung berühmt. Im vorigen Dezember hat sich Buhl dann von einem Großteil dieser Bilder getrennt: Bei Sotheby’s in New York wurden unter dem Titel „A Show of Hands“ insgesamt 437 Lose aufgerufen, davon immerhin 281 zugeschlagen. Der Gesamterlös der Versteigerung lag bei mehr als zehn Millionen Dollar. Weil davon drei Viertel an die Buhl Foundation gehen sollen, die sich vor allem Obdachlosen widmet, handelte es sich gewissermaßen um eine Art Benefizauktion. Die hohen erzielten Preise allerdings, darunter mehr als ein halbes Dutzend neue Rekorde, erklären sich eher durch die Qualität der Arbeiten. Allein ein Fotogramm von László Moholy-Nagy sowie eine Collage von Herbert Bayer erreichten jeweils knapp eine Million Euro. Eine Fotografie von Alfred Stieglitz hingegen - mit einem Schätzpreis von 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar das vermeintliche Spitzenstück der Auktion - blieb weit hinter den Erwartungen zurück.

          Dieses Beispiel bestätigt die Entwicklung, dass die Preise für Fotokunst denen für Kunstfotografie immer weiter davonlaufen. Und so sind es nicht die klassischen Fotografen, deren Arbeiten astronomisch hohe Preise erzielen, sondern Künstler, die mit dem Medium Fotografie arbeiten, wie Richard Prince, Cindy Sherman, Gilbert & George, Andreas Gursky. Auf dem ersten Platz stand im Jahr 2012 Jeff Wall mit einem metergroßen Dia in einem Leuchtkasten, verkauft für sagenhafte 2,5 Millionen Euro. Die Vokabel uneinholbar wird in diesen Zeiten dennoch niemand verwenden wollen.

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