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Ernst Nolte : Zum siebzigsten Geburtstag

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Ein Überzeugungstäter: Der Hamburger Auktionator Ernst Nolte beweist nunmehr seit vierzig Jahren bewundernswertes Geschick bei der Expansion. Seine Leidenschaft aber gilt stets dem einzelnen Kunstwerk.

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          Vom Ruhestand ist nicht die Rede. Ernst Nolte, Eigentümer des Hamburger Auktionshauses Hauswedell & Nolte, geboren am 24. Juli 1939 in Lüdenscheid als Sohn eines Fabrikanten, interessierten schon früh die Kunst und die Kunst des Sammelns. Beim renommierten Stuttgarter Antiquariat Kocher-Benzing ging er in die Lehre. Im Jahr 1962 begann er seine Tätigkeit bei Hauswedell in Hamburg, wurde 1969 Teilhaber und nach Ernst Hauswedells Ausscheiden 1978 alleiniger Eigentümer.

          Seit seinem Eintritt hatte Nolte selbständig die Kunstauktionen aufgebaut, die bislang in die Buchauktionen integriert waren. Die bis dahin auf karge Fakten beschränkten Katalogbeschreibungen entwickelte er, bald zusammen mit seiner Lebensgefährtin Gabriele Braun, zu präzisen und penibel recherchierten Beschreibungen mit wertenden Einordnungen.

          Stets redlich und korrekt

          Es ist genau diese strikte, fast eifersüchtige Konzentration auf das Kunstwerk, auf dessen Rang innerhalb eines Œuvres und auf seine Provenienz, die das Renommee des Hauses geprägt hat. Die Auktionskataloge sind keine bunten Gemischtwarenangebote, sondern beschränken sich weise auf die Spezialgebiete, die sich im Laufe der Jahrzehnte herauskristallisiert haben: auf die Klassische Moderne und die expressionistische Druckgraphik, auf die Kunst nach 1945 und auf die Altmeisterzeichnung. Ganz nebenher wurde das Angebot an antiquarischen Büchern und Autographen zu einem der besten und verlässlichsten des Landes.

          Die Kundschaft schätzt vor allem die kaufmännische Redlichkeit und Korrektheit Noltes und wohl auch die hochkonzentrierte Atmosphäre der Auktionen, wenn Ernst Nolte mit einem strengen Blick über die Lesebrille und mit einem kurzen, scharfen Hammerklopfer für Ruhe im Publikum sorgt - oder wenn er schmunzelnd zwei Bieter, die sich in ein wenig interessantes Bild verbissen haben, zur Räson bringt mit dem Einwurf: „Nun ist es aber genug!“ Am gestrigen Freitag ist Ernst Nolte siebzig geworden. Von der Kunst und ihrer Vermittlung wird er allerdings nie genug haben.

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